Umgang mit ignoranten Kollegen?

Hier hinein gehören alle Themen rund um Büroorganisation, Büroverwaltung, Kanzleiorganisation etc.
kalinka9
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#1

22.10.2015, 16:34

Hallo ihr Lieben,

ich habe mal ein Anliegen, Suchfunktion konnte mir zu dem Thema keinen passenden Thread liefern.

Ich habe jetzt vor einiger Zeit in einem neuen Büro angefangen zu arbeiten. Es ist wirklich toll hier und die Kollegen sind im Großen und Ganzen auch nett. Allerdings gibt es da diese eine studentische Aushilfskraft, die halt meiner Meinung nach einfach keine gute Kinderstube genossen hat.

Sie beachtet meine Kollegin und mich nicht. Ein notdürftiges Hallo kommt ihr auch über die Lippen, aber auch nur, weil sie im Büro zumindest an meiner Kollegin vorbei muss, da diese am Empfang sitzt. Ich sitze etwas abseits in einer Ecke, aber grundsätzlich findet jeder den Weg zu mir, um ein Guten Morgen oder ein Hallo loszuwerden. Es ist zwar so, dass ich es nicht erwarte, aber für mich gehört es einfach zum guten Umgangston und zur Erziehung, jedem, der anwesend ist, Hallo zu sagen, wenn ich komme und ebenso mich zu verabschieden, wenn ich gehe.

Am Dienstag hat sie dann auch echt den Vogel abgeschossen. Sie hat ein Tschüss in das eine Büro geworfen. Ich bin im Flur an ihr vorbei gegangen und habe auch freundlich Tschüss gesagt. Die geht schnurstracks, ohne Blickkontakt und sonstiges an mir vorbei bleibt aber an der nächsten Bürotür wieder stehen und sagt erneut Tschüss. Da war ich einfach mal so: :schock Es macht einfach den Eindruck als hält sie sich für etwas besseres, nur weil ich vielleicht nicht studiert habe.

Ich kenne so ein Verhalten einfach nicht. Soll ich ihr das einfach sagen, dass das so nicht funktionieren kann oder das Ignorier-Spiel mitspielen (dann wäre ich doch aber wohl nicht besser als sie?!). Ich komme mir bei sowas einfach vor, wie im Kindergarten und ich dachte eigentlich, dass ich den mit Eintritt in die Grundschule verlassen habe... Aber manchmal kann man sich da wohl täuschen. :D

Ich wäre mal für Tipps, Erfahrungen dankbar.

LG

kalinka
Maddien
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#2

22.10.2015, 16:46

Naja, es gibt halt solche und solche Menschen. Ich bin auch ein absoluter Muffel, wenn es um zwischenmenschliche Dinge geht. Auf übliche Floskeln usw kann man bei mir meist lange warten. Das bedeutet nicht, dass ich die anderen Mitarbeiter nicht schätze oder ihnen nichts Gutes wünsche – mir ist nur schlicht nicht danach, mehr als nötig zu reden. Ich spare mir Wünsche und Ähnliches eher für die Momente auf, in denen ich als es tatsächlich angebracht empfinde.

Damit kann nicht jeder umgehen, darum ecke ich auch schnell an.

Du musst wohl für Dich entscheiden, ob Du Dir von dieser Dame Deinen Tag an der Stelle vermiesen lassen möchtest. Sprich es doch mal freundlich an. Wenn sie offen für das Thema ist, umso besser. Wenn nicht, wie lange hast Du noch mit ihr zu tun?
läuft...
:huch
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Kanzleihund
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#3

22.10.2015, 16:47

Die junge Dame (oder der junge Herr) gehört schleunigst erzogen!

Studenten denken manchmal, dass sie wegen ein paar Semester Jurastudium etwas Besseres sind. Wenn ihr denjenigen jetzt nicht erzieht, habt Ihr später mal einen verdammt arroganten Junganwalt an der Backe. Also ich würde ihm die Umgangsformen deutlich und bestimmt klarmachen.
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#4

22.10.2015, 16:50

Kanzleihund hat geschrieben:Die junge Dame (oder der junge Herr) gehört schleunigst erzogen!

Studenten denken manchmal, dass sie wegen ein paar Semester Jurastudium etwas Besseres sind. Wenn ihr denjenigen jetzt nicht erzieht, habt Ihr später mal einen verdammt arroganten Junganwalt an der Backe. Also ich würde ihm die Umgangsformen deutlich und bestimmt klarmachen.
Ich hatte mal vor Jahren einen Referendar, der am ersten Tag meinte, mich zum Kaffeekochen in die Küchen scheuchen zu können, das auch noch ohne jegliches "bitte". Zum einen entsprach das nicht der Umgangsweise in unserem Büro - Kaffee kocht da nämlich der, der den letzten genommen hat -, zum anderen insgesamt nicht der Art und Weise, wie ich mit mir umspringen lasse.

Ich glaub, diesen Tag in seinem Leben wird der Mann nie vergessen... :teufel
[i]Milchreis schmeckt ganz vorzüglich, wenn man ihn kurz vor dem Verzehr durch ein saftiges Steak ersetzt.[/i]
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#5

22.10.2015, 16:56

Hmm...die persönliche Note habe ich erst beim zweiten Mal herausgelesen. Dann stellt sich für mich die Frage, ob Du diejenige bist, die sie zu erziehen hat. Vermutlich wird sie das von Dir nicht annehmen, wenn sie Dich für sich schon als "unterlegen" einsortiert hat.
läuft...
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#6

22.10.2015, 17:00

Bis jetzt ist alles nur Spekulation, und schon an @Maddien sieht man, dass es nicht mal unbedingt Unhöflichkeit, schlechte Erziehung, Nasehoch oder sowas sein muss. Da hilft nur eins - Kommunikation. Ich würde höflich nachfragen, ob irgendwas falsch gelaufen ist, oder welchen Grund es sonst hat, dass ausgerechnet ich nicht gegrüßt werde. Danach kann man dann anfangen, sich zu empören.
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#7

22.10.2015, 17:04

Ich bin auch ein absoluter Muffel, wenn es um zwischenmenschliche Dinge geht. Auf übliche Floskeln usw kann man bei mir meist lange warten.
"Guten Tag" oder "Auf Wiedersehen" sind keine Floskeln, das ist schlicht Anstand ;)
Satzzeichen sind keine Rudeltiere! (Autor: unbekannt)

Bei manchen Menschen ist es interessant zu sehen, wie das Alter den Verstand überholt hat! (Autor: A.G.)


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Ich bin bekennender WhatsApp Verweigerer!


An die Person, die meine Schuhe versteckt hat, während ich auf der Hüpfburg war: Werd' erwachsen! :motz
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#8

22.10.2015, 17:24

Ich bin morgens auch kaum ansprechbar, da ich ein absoluter Morgenmuffel bin. Aber auch da schaffe ich es, "guten Morgen" zu sagen. Klingt zwar eher so, als wenn ein Bär "guten Morgen" sagt, aber ich mache es. Es gehört für mich auch zur guten Kinderstube diese "Floskeln" zu sagen. Leider geht das aber in der heutigen Zeit immer mehr verloren.

Ich würde sie aber auch mal ansprechen und fragen, was für ein Problem es eigentlich gibt. Vielleicht merkt sie einfach nicht, dass sie bei anderen eher unhöflich rüber kommt.
Liebe Grüße

das Pisten-huhn
Fräulein Fit

#9

22.10.2015, 18:07

Wir hatten auch mal so eine Jura Praktikantin bei uns. Man hat sie nicht gesehen, man wusste nie wann sie kommt und Hallo und Tschüss kannte sie auch nicht. Sie hat wenn nötig nur mit einer Kollegin von mir gesprochen, wir anderen waren Luft. Genauso wurde auch nur unser Chef als Anwalt registriert, die anderen Anwälte waren auch nur Luft. Unser Glück war, dass die nur für ein paar Wochen da war und deswegen haben wir sie auch einfach ignoriert.
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#10

22.10.2015, 20:07

Das klingt mir ebenfalls danach, dass sie sich für etwas Besseres hält. Sie darauf anzusprechen, wäre m. E. Sache der Chefetage. Vermutlich macht sie sich gar keine Gedanken darüber, insbesondere auch nicht darüber, dass in einem Büro alle zusammen arbeiten und (angehende und fertige) Anwälte auf ein gutes Verhältnis zu ihren Angestellten angewiesen sind. Kriegt sie, wenn ihre Tätigkeit bei Euch beendet ist, ein Zeugnis von Eurem Chef? Da möchte sie doch bestimmt nicht, dass da drinsteht, sie hätte keine guten Umgangsformen. :teufel

Kann natürlich auch andere Gründe haben. Wir hatten mal einen Richter, den viele sehr unhöflich fanden. Bis sich irgendwann mal herausstellte, dass er sehr schlechte Augen hatte und die Leute aus der Ferne nicht erkannt hat.
Und dann war da noch die Kollegin, die grundsätzlich allen gegenüber mufflig war - aber das scheint bei Eurer Aushilfskraft ja nicht der Fall zu sein.
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