Rechtsfachwirt Kosten Meister-BAföG

Hier können allgemeine Fragen zur Weiterbildung Rechtsfachwirt/Rechtsfachwirtin gestellt werden.
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Sandra1981
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#1

29.01.2007, 19:16

Da im Forum immer mal wieder Fragen zu den Kosten der Weiterbildung zum Rechtsfachwirt und deren Finanzierung auftauchen, habe ich mir mal die Mühe gemacht und ein paar Infos zusammengestellt und hoffe damit allen Weiterbildungs-Wütigen unter Euch weiterhelfen zu können.


[highlight=red][shadow=red]Rechtsfachwirt

Kosten der Weiterbildung [/shadow][/highlight]


Meine Nachfragen bei mehreren Bildungsträgern (über die jeweilige Kammer zu erfahren) zu den Fortbildungskosten zum Rechtsfachwirt haben teilweise große Spannen von bis zu mehreren tausend Euro ergeben (1.500,00 bis 3.000,00 €).

Natürlich sollte man sich Informationsmaterial der jeweiligen Bildungsträger zukommen lassen, denn schon hier sind große Unterschiede von Niveau und Leistung zu erkennen. Manche Ausbilder bieten Unterricht an 2 Tagen die Woche, andere nur samstags. Es kann sein, dass 2-3 Mal ein Wochenblock eingeschoben wird oder nur 1 Woche Prüfungsvorbereitung. Jeder, der eine Weiterbildung absolvieren will, sollte sich also erst einmal im Klaren darüber sein, was er will (ob Vollzeit-, Teilzeit- oder Fernstudium) und wie er das mit dem Beruf vereinbaren kann. Für mich selbst kam nur der Samstag in Frage, denn ich bin von Montag bis Freitag ein gewöhnliches Arbeitstier.

Mein Bildungsträger sollte natürlich preiswert und qualitativ gut sein. Außerdem musste ich auch noch darauf achten, dass die Bahn zum Ausbildungsort gute Verbindungen bietet. Und zu guter Letzt sollte man noch Kosten für Bücher und Prüfungsgebühren mit einrechnen…

Ich habe am Anfang für mich geklärt, wo ich lernen will. In Sachsen-Anhalt gibt es leider nur einen Bildungsträger --> also nicht sehr viel Auswahl!
Info-Material habe ich von allen möglichen Bildungsträgern (z.B. auch in Leipzig und Erfurt) angefordert und mich dann über alle Pro und Contras informiert. Zusätzlich habe ich noch mit ehemaligen Schülern telefoniert und diese mit allen meinen Fragen bombardiert (und auch überall ganz liebe und hilfreiche Antworten erhalten).

Jetzt ging es nur noch an die Kosten. Mein Chef machte mir bald klar, dass er mich finanziell leider nicht unterstützen könne, also musste ich mich nach anderen "Sponsoren" umschauen.
Beim Amt für Aus- und Weiterbildung habe ich dann vom so genannten "Meister-BAföG" erfahren. Anträge gibt es auch im Netz.
Meister-BAföG heißt, dass der Staat 30,5 % der Ausbildungskosten übernimmt - und das geschenkt! Wenn das einem keiner sagt, hört man davon übrigens nie etwas. Dieses "Meister-BAföG" ist alters-, einkommens- und vermögensunabhängig! Also nur Antrag ausfüllen, Anlagen dazu und dann ein bisschen warten. Nach Erhalt des BAföG-Bescheides und des Geldes bekommt man dann noch Post von der KfW-Bank. Diese Bank macht einem ein Angebot über ein zinsloses Darlehen für die restlichen Fortbildungskosten. Man muss dieses Darlehen aber nicht in Anspruch nehmen.
Für ganz Schlaue gibt es noch die Bestenförderung. Wenn im Rechtsanwaltsfachangestelltenbrief die Noten 1,9 bzw. 87 Punkte stehen und man noch keine 25 Jahre alt ist, übernehmen die wohl alle Kosten der Weiterbildung. Allerdings kenne ich niemanden, der so gefördert wurde und kann Euch da keinen Erfahrungsbericht liefern.

Ich zahle also Fortbildungskosten (insgesamt 1.900,- €)monatlich 100,-€, Fahrtkosten Bahn ca. monatlich 25,- €, Büchergeld, Essen, Trinken etc.

Vom BAföG-Amt gab es ca. 575,00 € geschenkt und den Rest finanziere ich selbst. Das Darlehen der KfW habe ich nicht in Anspruch genommen.


[highlight=red][shadow=red]Rechtsfachwirt

Meister-BAföG[/shadow][/highlight]
(lt. Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) - in Kraft getreten am 1. Januar 2002)

"Das "Meister-BAföG" unterstützt die berufliche Aufstiegsfortbildung finanziell und erleichtert die Gründung von Existenzen. Das Gesetz ist ein umfassendes Förderinstrument für die berufliche Fortbildung - grundsätzlich in allen Berufsbereichen, einschließlich der Gesundheits- und Pflegeberufe, und zwar unabhängig davon, in welcher Form sie durchgeführt wird. Sei es Vollzeit, Teilzeit, schulisch, außerschulisch, mediengestützt oder als Fernunterricht."

Allgemeine Informationen zum AFBG

· Das so genannte "Meister-BAföG" wird von Bund und Ländern gemeinsam finanziert.

· Gefördert werden alle beruflichen Aufstiegsfortbildungsmaßnahmen (Lehrgänge, Meisterkurse, Fernstudium etc.).

· Unterstützt wird die Erweiterung und der Ausbau beruflicher Qualifizierungen und damit auch die Fortbildungsmotivation jedes Einzelnen.

· Der staatliche Zuschuss zu den gesamten Lehrgangs- und Prüfungsgebühren wird in Höhe von 30,5 Prozent (seit 01. Januar 2006) gewährt.

Die Förderung ist alters-, einkommens- und vermögensunabhängig.

Antragstellung und Bewilligung

· Anträge gibt es bei jeder Kreis- bzw. Stadtverwaltung (Amt für Ausbildungsförderung, Schulamt o.ä.) und auch im Internet zum herunterladen und ausdrucken.

· Meister-BAföG wird nur einmal beantragt und für die Gesamtdauer der Maßnahme bewilligt.

· Die Antragstellung sollte möglichst vor Beginn der Maßnahme erfolgen, ist jedoch bis vor Beendigung der Maßnahme möglich.

· Wenn der Antrag korrekt ausgefüllt ist und alle Anlagen beigefügt waren, erfolgt die Bewilligung des Zuschusses innerhalb von ca. 2 Monaten. Man bekommt den Bescheid zugeschickt und das Geld ist einige Tage später auch da.

Darlehen

Die KfW-Bank meldet sich bei jedem einzelnen Antragsteller und macht ein individuelles Angebot für ein Darlehen über die restlichen Lehrgangsgebühren.
Dieses Darlehen wird zins- und tilgungsfrei während des Lehrganges und bis zu 6 Jahre nach Lehrgangsbeginn gewährt.
Es besteht keine Pflicht dieses Darlehen in Anspruch zu nehmen.
Noch mehr Infos gibt es unter www.meister-bafoeg.info

LG aus Naumburg

Sandra
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MrBoogie
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#2

29.01.2007, 22:31

danke für deine umfangreiche arbeit. naja mit der kompletten übernahme der kosten wirds bei mir nix mehr. morgen werd ich 25. vom notendurchschnitt hätte ich es geschafft. schade. hätte ich früher wissen müssen. tja. wer zu spät kommt ....

aber klingt trotzdem sehr interessant. mal sehen was mein chef dazu sagt wenn ich ihm das vorschlage. aber unterm strich heisst das nur: mehr arbeit, mehr arbeit und noch mehr arbeit.

mal sehen. könnte auch nur samstags machen. kann das mit der arbeit anders nicht vereinbaren. leider.
nicht wundern und nicht meckern, ich schreib immer alles klein. geht einfacher und verursacht keine fehler.
ole.jacob
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#3

30.01.2007, 08:45

Danke für deinen Bericht.

Kann vielleicht jemand mit einem Erfahrungsbericht bezüglich des Fernstudiums an der Uni in Berlin machen? Habe nämlich vor mich für dieses Jahr (Start Oktober) dort anzumelden. Hätte daher gern ein paar Infos, wie das bei euch so abgelaufen ist.
Wir lassen uns nicht hetzen. Wir sind bei der Arbeit und nicht auf der Flucht!

Lieben Gruß
ole.jacob
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#4

30.01.2007, 08:45

MrBoogie hat geschrieben:morgen werd ich 25.
Alles Gute für dich.
Wir lassen uns nicht hetzen. Wir sind bei der Arbeit und nicht auf der Flucht!

Lieben Gruß
MrBoogie
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#5

30.01.2007, 09:07

danke!
nicht wundern und nicht meckern, ich schreib immer alles klein. geht einfacher und verursacht keine fehler.
Caroberg

#6

30.01.2007, 10:06

Das mit dem Fernstudium würde mich auch sehr interessieren!
Blnerin
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#7

30.01.2007, 14:24

Also, ich mach seit Oktober das Fernstudium an der TFH Berlin zur Rechtsfachwirtin.

Ich habe mich persönlich dafür entschieden, weil ich mir so meine Zeit genau einteilen kann, wie ich es will. Ich arbeite in der Woche immer sehr lange und habe dann eigentlich immer nur am Wochenende Zeit mich hinzusetzen und zu lernen.

Der ganze Lehrgang kostet pro Semester 600,00 €, da es insgesamt drei Semester sind, hat man also Gesamtkosten in Höhe von 1.800,00 €. Hinzu kommen dann noch haufenweise Bücher, die nun auch nicht gerade billig sind.

Man bekommt dann jedes Semester einen Leitzordner zugeschickt, den man dann durcharbeiten muss und je nach Semester hat man dann zwei oder drei Einsendeaufgaben zu bearbeiten, die man dann abgegeben muss. Diese werden dann korrigiert und wenn man diese bestanden hat, dann wird man für die Präsenzphase zugelassen. Es gibt insgesamt zwei Präsenzphasen, die eine findet im zweiten Semester (dieses Jahr im September) und die zweite dann im dritten Semester statt. Die Präsenzphasen finden in der TFH Berlin statt und gehen über 5 ½ Tage, wobei am Samstag dann eine Klausur geschrieben wird. Wenn man alle Einsendeaufgaben und die Klausuren bestanden hat, bekommt man ein Schriftstück darüber und kann sich dann bei der Rechtsanwaltskammer zur Prüfung anmelden. Die Prüfung vor der Rechtsanwaltskammer muss aber noch einmal extra bezahlt werden.

Meister Bafög gibt es hierfür wohl aber auch.

Ich finde dieses Fernstudium bis jetzt eigentlich ganz gut. Da ich auch in Berlin wohne, finde ich es mit den Präsenzphase nicht weiter schlimm, denn ich habe es ja nicht weit ;-) Mein Chef gibt mir für diese Präsenzphasen dann auch frei und es wird nicht vom Urlaub abgezogen. Bezahlen tue ich die Semestergebühren selber, aber die Bücher die ich für das Studium brauche, hat er mir bezahlt und das waren auch immerhin etwas über 500,00 €. Die Kommentare usw. sind halt teuer.

Den Aufbau in den Kurseinheiten im Hefter finde ich auch ganz gut und es ist alles ziemlich leicht verständlich für mich. Man hat zwar hier und da mal eine Frage, weil man etwas nicht versteht, aber es gibt hier und in anderen Foren auch genug Leute, die diesen Kurs machen und da wird dann immer fleißig über alles diskutiert und es wird dir auch einiges von den anderen und von denen die schon weiter sind erklärt, wenn man was nicht versteht. Man fühlt sich überhaupt nicht allein!

Ich persönlich brauche das auch nicht, dass mir jemand den ganzen Kram erzählt und erklärt. Ich habe schon immer mehr gelernt und es war einfacher, wenn ich alles schön zusammengefasst auf Papier hatte und mir das ganz in Ruhe beibringen konnte. So kann ich das machen, worauf ich Lust habe und den „blöden Kram“ halt später machen oder halt an einen Tag mal ein bisschen mehr, den anderen Tag mal ein bisschen weniger. Oder ich mach halt mache Sachen doppelt und dreifach, weil ich sie erst dann verstehe.

So, ich hoffe ich konnte einigen von euch weiterhelfen. Bei Fragen, einfach fragen!

LG Blnerin
ole.jacob
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#8

30.01.2007, 14:35

@Blnerin

Wann hast du dich denn dort angemeldet (Monat)? Geht das jetzt noch, für nächsten Oktober? Gibt es Anmeldefristen?
Wir lassen uns nicht hetzen. Wir sind bei der Arbeit und nicht auf der Flucht!

Lieben Gruß
Caroberg

#9

30.01.2007, 14:41

@Blnerin:
Was werden denn da noch für Bücher bzw. Kommentare gebraucht?
Wie viele sind in deinem Studienjahrgang in der FH eingeschrieben? Weißt du wie die Durchfallquote ist?
Kann man bei Fragen auch einen Dozenten irgendwie fragen oder muss ich mich durchbeißen und andere Studenten fragen?
MrBoogie
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#10

30.01.2007, 15:12

hab mich bei meiner zuständigen kammer informiert (thüringen). kosten ca. 3000 € + 450 € gebühr für prüfung. dauert 2 jahre und ist immer samstags in erfurt. mal überlegen tu *gg*
nicht wundern und nicht meckern, ich schreib immer alles klein. geht einfacher und verursacht keine fehler.
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