Erfahrung Rechtsfachwirt

Hier können allgemeine Fragen zur Weiterbildung Rechtsfachwirt/Rechtsfachwirtin gestellt werden.
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Sabrina_1985
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#1

28.12.2006, 14:08

Hallo zusammen!

Mache momentan die Fortbildung zur Rechtsfachwirtin. Bisher habe ich viel Negatives gehört: Man bleibt auf dem gleichen Gehalt, bei vielen hat sich nichts geändert....etc.

Mich würde mal interessieren, ob mir ein/e Rechtsfachwirt/in ihre eigenen Erfahrungen berichten kann. Wie sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt, Gehalt, Tätigkeit etc..... Ich habe mal in einem Merkblatt vom Deutschen Anwaltverein gelesen, dass das Anfangsgehalt einer Rechtsfachwirtin bei 2.100,00 € liegt. Mir kommt das ein wenig hoch gegriffen vor, oder?

Zur Prüfung wurde uns von einer Dozentin gesagt, dass das nur auf "Durchkommen" abgestellt ist... hat sich so angehört, dass man mit vierern und so rechnen kann u. dann froh sein kann, dass man gerade so seinen Abschluss geschafft hat. Ist das wirklich so, wie haben die Kurse denn so abgeschnitten?

Liebe Grüße aus Freiburg
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Sabrina_1985
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#2

29.12.2006, 12:43

Ist keiner hier der schon Rechtsfachwirt/in ist oder auch gerade die Fortbildung macht?
Gast

#3

29.12.2006, 12:55

Hallo,

ich bin auch gerade in der Ausbildung zur Rechtsfachwirtin. Da ich aber erst nächstes Jahr meine Prüfungen habe, kann ich noch nichts zu eventuellen Gehaltsveränderungen sagen.

Ich denke aber, dass EUR 2.100,00 als Anfangsgehalt schon ok sind. Verdienst Du so wenig, dass Dir das utopisch erscheint?
mollie

#4

29.12.2006, 13:03

hallo, ich mache momentan auch noch den kurs. im sommer sind die prüfungen. der kurs an sich ist nicht ganz so einfach, wie ich mir das am anfang vorgestellt habe. aber er ist zu schaffen! zum gehalt kann ich nur sagen, dass ich momentan schon 2.600 brutto verdiene. ich dachte mir beim vorstellungsgespräch im sommer, ich poker mal hoch und siehe da! nach bestehen des kurses gibt es noch einmal eine gehaltserhöhung. ich denke es kommt also auf jeden selbst drauf an, wie hoch seine ziele sind und wie gut er sich verkauft. natürlich kommt es auch auf die größe und die lage der kanzlei an! aber als rechtsfachwirt musst du ja nicht gezwungenermaßen bei einem rechtsanwalt bleiben. du kannst sehr gute in die freie wirtschaft einsteigen ;)
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Sabrina_1985
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#5

29.12.2006, 13:39

Ich verdiene schon ganz ok. Kann mir nur noch nicht vorstellen, dass man danach mehr Aufgabenbereiche u. auch anspruchsvollere Tätigkeiten übernimmt. Vor allem muss man danach erstmal eine Stelle finden, wozu der Rechtsfachwirt einem was nützt und dementsprechend auch bezahlt wird.

@Mollie: Arbeitest Du in einer Kanzlei oder in einem anderen Unternehmen. Wirst ja richtig gut bezahlt.

Das macht Mut!!!
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Sandra S.
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#6

29.12.2006, 13:43

Hallo Sabrina,

mit Erfahrungsberichten kann ich leider auch nicht dienen. Bin noch nicht fertig mit meiner Ausbildung zum Rechtsfachwirt - Prüfungen sind erst im April, aber schon jetzt :arrow: :angst

Machst du den Kurs auch über Soldan? Ich war mit unseren Dozenten bis jetzt ziemlich zufrieden, die meisten haben versucht, uns die Angst vor der Prüfung zu nehmen. Mehr Probleme gibts da mit der Kammer, hab manchmal das Gefühl, die stellen sich ein bißchen quer. Es gibt hier auch keinen sogenannten "Rahmenlehrplan", den es wohl bei den meisten Kammern geben soll, so dass sich die Dozenten mit ihrem Lernstoff nur an die Prüfungsverordnung halten können. Die Kammer bekommt dann von den Dozenten die Skripte und alles, was wir behandelt haben, zugeschickt. Sozusagen als "Orientierungshilfe" für die Zusammenstellung der Prüfungsaufgaben. Die haben uns aber schon gesagt, dass sie daran nicht gebunden sind und auch ganz andere Themengebiete drankommen können, die wir nicht besprochen haben. :roll:

Im Endeffekt liegt es ja an jedem selber, wie er sich auf die Prüfung vorbereitet und wieviel er zu Hause noch macht. Du kannst ja nicht mehr als viel lernen und üben, und wenn du weißt, du hast dich gut vorbereitet, kannst du glaube ich auch etwas beruhigter in die Prüfung gehen.
Verstehe auch nicht so ganz, was die Panik-Mache bringen soll. Schließlich ist ja jedem klar, dass es nicht einfach wird, und Angst vor der Prüfung hat glaube ich jeder!

Zu den beruflichen Perspektiven kann ich wie gesagt noch wenig sagen.
Bei uns im Kurs gibt es viele, die das eigentlich nur "für sich" machen und wissen, dass sie von ihrem Chef danach weder mehr Gehalt bekommen noch ihr Arbeitsgebiet sich wesentlich ändern wird. Finde ich eigentlich schade!

Ich denke, das Hauptproblem ist, dass viele Anwälte überhaupt nicht wissen, was man in den Kursen alles vermittelt bekommt, und sich auch gar keine Gedanken machen, wie man dieses Wissen am besten einsetzen kann. In meiner Ex-Kanzlei war das zumindest so.

Ich persönlich werde versuchen, irgendwo unterzukommen, wo ich selbständig arbeiten kann und das Wissen, was ich mir in dem letzten Jahr mühsam eingepaukt habe, auch anwenden kann. Ob da in meinem Arbeitsvertrag nun "Rechtsfachwirtin" oder "Rechtsanwaltsfachangestellte" steht, ist mir dabei erstmal egal. Rechtsfachwirte werden ja hier in der Region sowieso eher selten gesucht.

Mit dem Gehalt ist das so eine Sache. Will jetzt auch nicht wieder eine neue Gehaltsdiskussion anfangen, davon gabs/gibts ja auch schon einige hier. Nur soviel: Natürlich will man nach so einem Abschluss mehr Geld verdienen, ist ja logisch. Man hat ja auch etwas dafür getan. Aber das hängt sehr von der Region und natürlich auch von deinem Arbeitgeber ab. Und natürlich davon, wie du dich verkaufen kannst.

Aber erstmal genug dazu.

Würde mich wie Sabrina auch darüber freuen, wenn die "ausgelernten" Rechtsfachwirte mal ihren Senf dazugeben. :wink:
Hat sich denn am Aufgabengebiet irgendwas geändert? Und gibt es auch welche unter euch, die nicht mehr in einer Kanzlei arbeiten, sondern z.B. in einer Rechtsabteilung o.ä.?
Liebe Grüße
von Sandra
Janin

#7

29.12.2006, 21:45

Hallo,

habe im Februar diesen Jahres (2006) meinen Rechtsfachwirt bestanden ... Arbeite in einer Kanzlei mit 4 Anwälten und bin sozusagen "Bürovorsteherin" über 10 Angestellte. Da ich noch relativ jung für diesen Bürovorsteher-Job bin (25 Jahre), ist es nicht so einfach, da die Älteren bei uns sich von so nem jungen Ding wie von mir nichts sagen lassen. Das führt zu sehr vielen Spannungen, da die Chefs nicht richtig durchgreifen können.

Habe meinen Abschluss bei der Kammer KA gemacht. Ich bin der Meinung, dass es nicht auf die Abschlussnote ankommt, sondern auf das Zertifikat. Es kuckt ja niemand auf diese Noten.

Habe bei diesem Kurs sehr viel gelernt. Vieles lässt sich aber in die Praxis nicht umsetzen, weil vieles Theorie ist. Z. B. bei der ZV. Wir hatten nen Rechtspfleger als Lehrer. Nach diesen 2 Jahren kann ich die ZV rund um das Grundstück auswendig bzw. es kommt mir aus den Ohren. Weil das Meiste, was er uns vermittelt hat, nie in der Praxis vorkommt. ...

Wünsche Euch einen guten Rutsch

Liebe Grüße Janin
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Mimiho
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#8

30.12.2006, 09:54

Hey, also ich darf mich seit September geprüfte Rechtsfachwirtin schimpfen. Habe ein Fernstudium an der TFH gemacht und dann die Prüfung vor der Kammer Berlin. War schwer, vor allen Dingen neben einem Vollzeitjob. Bin jetzt 16 Jahre im Beruf inkl. Ausbildung.
Gelernt habe ich eine ganze Menge. Meine Motivation für das Studium war eigentlich die Angst für einer evtl. Arbeitslosigkeit. Meine Position im Büro hat sich nicht verändert, mein Chef hat freíwillig eine Gehaltserhöhung gegeben, auch wenn ich damit nicht an 2.100,00 € heranreiche.
Ach ja, wir reden hier vom hohen Norden.
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Sabrina_1985
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#9

30.12.2006, 17:05

Hi Sandra!

Ich mache den Kurs bei der IHK in Freiburg, kostet ca. 3.200 € zzgl. Prüfungsgebühr von der Kammer ca. 450,00 €. Mich würde interessieren, wieviel der Kurs bei dir kostet? Zuerst hatte ich überlegt den Kurs per Fernstudium in Berlin zu machen, da es dort deutlich günstiger ist u. ich auch gehört habe, dass die Unterrichtsmaterialien/Skripten sehr gut sind. Bin aber auch ganz zufrieden mit unseren Dozenten u. es ist schön sich mit seinen Kamerdadinnen austauschen zu können.
Ich gebe dir völlig recht, denke auch das viele Anwälte nicht wissen, wie sie eine Rechtsfachwirtin einsetzen können.... Ich habe lediglich nur Bedenken, dass ich den Kurs mache, viel Zeit investiere u. am Ende unterm Strich nicht viel mehr auf Konto ist als jetzt u. eventuell durch nicht richtig Einsatz der ganze Unterrichtsstoff in Vergessenheit gerät. Aber das werde ich wohl erst nach meinem Abschluss sehen!

@Janin: Denke das man in einer größeren Kanzlei gute Chancen hat, mehr zu verdienen u. auch entsprechend eingesetzt werden kann.
Klar das Zertifikat ist schon entscheidend, allerdings wäre es ja schöner, wenn das auch einigermaßen gute Vorzeigenoten drin wären.

@Mimiho: Wir gut waren die Skripten u. Unterrichtsmaterialien? War es leicht verständlich oder eher mühsam zu lernen? Wieviel Zeit hast du ungefähr aufgewendet?


Liebe Grüße an alle u. einen Guten Rutsch ins Neue Jahr!!!

:sekt
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Pepsi
...ist hier unabkömmlich !
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#10

30.12.2006, 19:42

also ich hätte Angst, dass ich danach eher keinen Job finde, weil mich keiner bezahlen kann/will

hatte auch mal überlegt Rechts- und Notariatsfachwirt zu machen, aber das was dort gefordert wird, ist nichts für mich.. ich hätte Angst selbst Klagen zu schreiben.. und diese ganzen Rechtskundefragen.. ne wenn ich Anwalt werden wollte, hätte ich Abi gemacht und Jura studiert..

das verstehe ich immer nicht, dass soviele Leute sich "unterfordert" fühlen.. unser Job ist doch schwer genug, sich das alles zu merken (hab jetzt keine Probleme damit, aber merke das immer wieder bei den unterschiedlichen Fachgebieten..)

wenn ihr was schwereres machen wollt, dann studiert doch und werdet Anwalt, dann könnt ihr auch an der Gehaltssituation der ANgestellten was ändern ;-)
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