Wiedereinstieg als Rechtsfachwirtin bei 0

In diesem Bereich können Themen rund um Fortbildung und Weiterbildung besprochen werden. Rechtsfachwirte und -interessierte bitte hier lang.
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Nathalie555
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#1

14.01.2022, 20:28

Hallo zusammen,

ich hoffe, dass ich hier richtig bin mit meiner Frage und bitte euch um eure Meinung.

Ich bin 42, momentan mit meinem 4. Kind zu Hause und möchte, wenn es 3 ist, wieder einsteigen.
Ich habe den Rechtsfachwirt bei der RAK gemacht, aber keinen Tag als solche gearbeitet. Auch zuvor war ich bereits länger zu Hause mit meinen Kindern. Wenn ich wieder einsteige, weiß ich also gerade mal, wie ich den Computer einschalte.

Es gibt ja Wiedereinsteiger-Crashkurse und auch sonst bietet die RAK viele gute Kurse an. Noch bin ich mir aber gar nicht sicher in welchem Bereich wieder einsteigen kann, will und darf.

Ich würde gerne das Minimum an Arbeitszeit wählen, und das auch noch im Home Office. Das Gehalt ist mir nicht so wichtig, zumindest nicht, bis meine Kinder etwas älter sind, ich mehr arbeiten kann und dann wieder richtig loslegen möchte.

Habt ihr mir Tipps - vielleicht aus eurem eigenen Büroalltag - in welchen Berufsbereichen aus dem Gebiet Recht ich mich umschauen könnte?

Stellt jemand Mitarbeiter ausschließlich für Home Office an?
Rechtsanwalt wäre mir natürlich am liebsten, aber das kann ich mir schwer vorstellen. Eher Versicherungen? Ihr seht, ich tappe noch sehr unsicher und vor allem mit sehr wenig Selbstbewusstsein herum. Als ich noch gearbeitet habe, war das anders, aber jetzt, so von zu Hause als Heimchen am Herd stellt man sich ehrlich gesagt schon manchmal die Frage: klappt das jemals wieder mit dem Einstieg?

Ich danke euch schon im Voraus.
Jara
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#2

16.01.2022, 17:36

Liebe Nathalie,

erstmal herzlich willkommen hier im Forum.

Als erstes empfehle ich Dir, dass Du Dir bewusst machst, was Du in der Zwischenzeit geleistet hast. Du hast ja nicht nichts gemacht! Das Leben besteht nicht nur aus ins Büro gehen. Dass Muttersein ist zweifellos eine große Aufgabe.

Zu dem Thema Homeoffice kann ich persönlich aus Anwaltsbüros nichts beitragen. Ich kenne keine Kanzlei die neue Mitarbeiter ausschließlich für Homeoffice einstellt.

Es herrscht in den Kanzleien allgemein Fachkräftemangel, so dass Du sehr gute Chancen hast m. E. eine Stelle zu finden.

Versicherungen stellen nach meiner Kenntnis nicht mehr so viel ein wie das vor Jahren mal war. Wenn Du grundsätzlich gerne ins Anwaltsbüro möchtest, dann fang doch einfach dort an mit Bewerbungen. Erfahrungsgemäß ergibt sich durch das Handeln dann der nächste Schritt. Schau mal hier im Forum bei ein Stellenangeboten. Dort hat mal jemand auf 450 EUR Basis Mitarbeiter im Homeoffice gesucht.

Viel Erfolg wünsche ich Dir!
mesotty
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#3

17.01.2022, 10:18

Hallo,

ich denke auch, dass du durchaus Chancen hast, auf einen Job in einer Anwaltskanzlei. Fang doch am Besten mit einer geringfügigen Beschäftigung an.

In meiner alten Kanzlei hatten wir eine Mitarbeiterin, welche vollständig im Homeoffice gearbeitet hatte. Die bekam man immer nur zu Kanzleifeiern zu Gesicht ;-)

Die Dame hat ausschließlich Diktate geschrieben welche ihr elektronisch per Email gesandt wurden. Sie hat diese dann geschrieben zurück gesandt. Vor Ort wurden diese dann nur noch ausgedruckt und in die Akte gezogen. (Das ist nun aber auch schon 10 Jahre her)
Sie hatte ihre Zeiten, die sie sich völlig frei einteilen konnte, meistens hat sie Abends zwischen 22:00 Uhr und 24:00 Uhr geschrieben, wenn ihr Sohn schlief.

Versuch es einfach und glaube an dich
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Lämmchen
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#4

17.01.2022, 10:40

Hallo,

generell hast Du natürlich super Chancen in Anwaltsbüros und auch nur dazu kann ich überhaupt etwas sagen. Ich stelle es mir wahnsinnig schwierig vor, wieder reinkommen zu wollen, wenn man nur aus dem Homeoffice arbeitet. Wenigstens eine Einarbeitungszeit vor Ort würde für mich zwingend sein. Anfangs gibt es ja doch mehr Fragen alles andere. Du hattest auch nicht geschrieben, wie lange Du eigentlich insgesamt raus bist. Ich gehe jetzt mal von einigen Jahren aus. Und in der Zeit hat sich doch einiges verändert.

Ich gehe davon aus, dass Dein Ziel nicht ist, lediglich Diktate zu schreiben. Dafür bräuchtest Du das Studium ja nicht.

Für mich klingt das "so wenig wie möglich und möglichst aus dem Homeoffice" nicht so super überzeugend. Das habe ich eher den Eindruck, dass Du nichts halbes und nichts ganzes suchst.
Liebe Grüße

Das Lämmchen Bild
Nathalie555
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#5

17.01.2022, 21:09

Vielen lieben Dank für eure Gedanken.
Doch, doch: eine Einarbeitung und notwendige Präsenzzeiten wären auch für mich selbstverständlich.
Es geht mir nur darum, dass ich mir im Moment einfach nicht so viel zutraue (weder inhaltlich, noch zeitlich), ich mich nur langsam wieder einarbeiten und eingewöhnen möchte in den nächsten 2 Jahren, um dann, wenn mein Jüngstes 3 und im Kindergarten ist, wieder richtig einzusteigen, eben mit mehr Background und Selbstbewusstsein.
Vielen Dank noch einmal.
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