Gehalt Notarfachwirt

In diesem Bereich können Themen rund um Fortbildung und Weiterbildung besprochen werden. Rechtsfachwirte und -interessierte bitte hier lang.
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Rl7
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#1

14.09.2022, 16:20

Hallo ihr Lieben,

ich möchte im Dezember die Fortbildung zur Notarfachwirtin anfangen. Welche Gehaltserhöhung/Gehaltsvorstellung ist nach erfolgreichem Abschluss in Niedersachsen realistisch?

Liebe Grüße!
Notariatsmann
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#2

22.09.2022, 12:30

Niedersachsen ist groß und Provinzverhältnisse kann man nicht unbedingt mit Großstädten vergleichen. Dann kommt es noch auf die Kanzleigröße bzw. die dort vorhandene Wirtschaftskraft, Anzahl an Notaren, Mitarbeitern etc. an. Ein Betrieb wird auch nur dann deutlich mehr bezahlen, wenn er die Qualifikation in der Praxis wirklich braucht und einsetzt, es für ihn also nicht nur eine nice to have Position im Lebenslauf darstellt. Ein gewisses Problem ist auch die geschrumpfte gehaltstechnische Distanz zu den "normalen" Nofas, denn durch mehrfach erhöhten Mindestlohn und starken Personalmangel können alle möglichen Ebenen von Azubis, bis Berufsanfängern und eher durchschnittlich qualifizierten Kräften deutlich mehr Gehalt verlangen, als noch vor einigen Jahren. Der Gehaltsabstand ist daher in letzter Zeit "von unten her" geschrumpft, aber nach oben hin hat sich nach meiner Erfahrung in Nds. nicht viel getan. Wenn Stellenanzeigen für Nofas ohne besondere Zusatzqualifikation oder Berufserfahrung aktuell schon mit Gehältern von 3.500 EUR beworben werden (und trotzdem nicht unbedingt besetzt werden können), müsste ein Fachwirt eigentlich vergleichsweise, wie früher nicht unüblich, zum Beispiel erstmal 1.000 brutto mehr aufrufen. Aber Kanzleien die 4.500 brutto zahlen sind selbst in der Landeshauptstadt absolute Mangelware. Anders gesagt: die Nofas werden entsprechend bezahlt, weil man sonst auf absehbare Zeit überhaupt keine/n kriegt. Einen deutlich teureren Fachwirt leisten sich dann viele aber doch nicht (mehr), zumal die jüngere Generation von Notaren häufig auch viel selbst macht und kann und man nicht unbedingt hilflos dasteht, wenn ein Problem auf der Ebene des vorhandene Personals nicht gelöst werden kann. Bevor nun wieder jemand mit dem "es gibt aber Ausnahmen" Argument kommt, das ist natürlich auch klar. Überhaupt ist der Notariatsfachwirt in der Branche sehr gut angesehen. Es ist nur in der Fläche nicht unbedingt leicht, den angemessenen Mehrwert gehaltstechnisch einzulösen.
Feldhamster
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#3

04.10.2022, 22:44

Ich bin zur Zeit mitten in der Fortbildung und werde diese voraussichtlich im Sommer 2023 abschließen. Und nein, ich habe diese nicht wegen einer möglichen Gehaltserhöhung begonnen, sondern weil ich mein Wissen vergrößern wollte. Und dafür ist die Fortbildung unbezahlbar. Selbst nach einigen Wochen merkt man schon, dass man viel mehr Sachkunde und Verständnis für Formulierungen, Urkundsinhalte etc. hat. Gerade wenn man viel mit der Vorbereitung von Urkunden befasst ist, ist die Fortbildung super.
Notariatsmann
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#4

05.10.2022, 20:24

@Feldhamster

Auch wenn die Fortbildung "unbezahlbar" ist, sollte sie sich aus meiner Sicht trotzdem (oder gerade deswegen) entsprechend im Gehalt niederschlagen.
maxundmoritz_2005
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#5

11.07.2023, 12:38

Hallo,

also mit Bestehen der Abschlussprüfung Notarfachwirt (2019) habe ich monatlich 500,00 Euro brutto mehr bekommen (ländliche Kanzlei, 1 Anwaltsnotar, 1 RA).

Viele meiner Kolleginnen (aus dem Kurs) haben zwischen 300-600 Euro pauschal monatlich oder aber zw. 10-15 % brutto mehr bekommen.

Gerne kannst Du mich auch per PN anschreiben, es gibt von unserem Kurs eine Statistik, die wir selbst ins Leben gerufen haben.

LG
mrsgoalkeeper
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#6

12.07.2023, 14:43

maxundmoritz_2005 hat geschrieben:
11.07.2023, 12:38
Hallo,

also mit Bestehen der Abschlussprüfung Notarfachwirt (2019) habe ich monatlich 500,00 Euro brutto mehr bekommen (ländliche Kanzlei, 1 Anwaltsnotar, 1 RA).

Viele meiner Kolleginnen (aus dem Kurs) haben zwischen 300-600 Euro pauschal monatlich oder aber zw. 10-15 % brutto mehr bekommen.

Gerne kannst Du mich auch per PN anschreiben, es gibt von unserem Kurs eine Statistik, die wir selbst ins Leben gerufen haben.

LG
Dein Angebot in allen Ehren, aber der TO hat sich vor fast einem Jahr scheinbar ausschließlich für diese eine Frage hier angemeldet und war das letzte Mal 2 Tage nach Fragestellung online. Ich denke nicht, dass sich er/sie/es sich bei Dir melden wird. :pfeif
Für die einen ist es die US-Wahl, für den Rest der Welt ist es 9/11
Rl7
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#7

17.11.2023, 20:45

Notariatsmann hat geschrieben:
22.09.2022, 12:30
Niedersachsen ist groß und Provinzverhältnisse kann man nicht unbedingt mit Großstädten vergleichen. Dann kommt es noch auf die Kanzleigröße bzw. die dort vorhandene Wirtschaftskraft, Anzahl an Notaren, Mitarbeitern etc. an. Ein Betrieb wird auch nur dann deutlich mehr bezahlen, wenn er die Qualifikation in der Praxis wirklich braucht und einsetzt, es für ihn also nicht nur eine nice to have Position im Lebenslauf darstellt. Ein gewisses Problem ist auch die geschrumpfte gehaltstechnische Distanz zu den "normalen" Nofas, denn durch mehrfach erhöhten Mindestlohn und starken Personalmangel können alle möglichen Ebenen von Azubis, bis Berufsanfängern und eher durchschnittlich qualifizierten Kräften deutlich mehr Gehalt verlangen, als noch vor einigen Jahren. Der Gehaltsabstand ist daher in letzter Zeit "von unten her" geschrumpft, aber nach oben hin hat sich nach meiner Erfahrung in Nds. nicht viel getan. Wenn Stellenanzeigen für Nofas ohne besondere Zusatzqualifikation oder Berufserfahrung aktuell schon mit Gehältern von 3.500 EUR beworben werden (und trotzdem nicht unbedingt besetzt werden können), müsste ein Fachwirt eigentlich vergleichsweise, wie früher nicht unüblich, zum Beispiel erstmal 1.000 brutto mehr aufrufen. Aber Kanzleien die 4.500 brutto zahlen sind selbst in der Landeshauptstadt absolute Mangelware. Anders gesagt: die Nofas werden entsprechend bezahlt, weil man sonst auf absehbare Zeit überhaupt keine/n kriegt. Einen deutlich teureren Fachwirt leisten sich dann viele aber doch nicht (mehr), zumal die jüngere Generation von Notaren häufig auch viel selbst macht und kann und man nicht unbedingt hilflos dasteht, wenn ein Problem auf der Ebene des vorhandene Personals nicht gelöst werden kann. Bevor nun wieder jemand mit dem "es gibt aber Ausnahmen" Argument kommt, das ist natürlich auch klar. Überhaupt ist der Notariatsfachwirt in der Branche sehr gut angesehen. Es ist nur in der Fläche nicht unbedingt leicht, den angemessenen Mehrwert gehaltstechnisch einzulösen.
Rl7
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#8

17.11.2023, 20:49

Entschuldige die späte Antwort. Ich kenne mich mit dem Forum noch nicht aus und weiß nicht, wie ich dir eine Nachricht schicken kann, würde mich aber sehr für die Statistik interessieren. 😇
maxundmoritz_2005 hat geschrieben:
11.07.2023, 12:38
Hallo,

also mit Bestehen der Abschlussprüfung Notarfachwirt (2019) habe ich monatlich 500,00 Euro brutto mehr bekommen (ländliche Kanzlei, 1 Anwaltsnotar, 1 RA).

Viele meiner Kolleginnen (aus dem Kurs) haben zwischen 300-600 Euro pauschal monatlich oder aber zw. 10-15 % brutto mehr bekommen.

Gerne kannst Du mich auch per PN anschreiben, es gibt von unserem Kurs eine Statistik, die wir selbst ins Leben gerufen haben.

LG
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