Erfahrungsaustausch Büroablauf

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skugga
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#31

31.05.2019, 13:20

Husky98 hat geschrieben:
31.05.2019, 13:05
Andy66 hat geschrieben:
31.05.2019, 11:15
Das Problem, wenn man für mehrere Anwälte schreibt, ist ja immer, dass jeder meint, sein Band müsste zuerst geschrieben werden. Ich bin der Meinung, dass Notfalls die Anwälte untereinander klären müssen, wer zuerst kommt. ... Besonders, wenn sich die Damen und Herren nicht wirklich grün sind, kann das ziemlich unangenehm werden und das Sekretariat gerät dann leicht zwischen die Fronten. Das sollte man sich nicht antun. ...
So sehe ich das auch. Für solche (Konflikt-) Fälle muss es klare Regelungen des Inhalts geben, wer berechtigt (und im Interesse des Sekretariats verpflichtet) ist, über die Reihenfolge der Erledigung zu entscheiden. Ansonsten kommt es zu einem Führungsvakuum mit sehr unangenehmen Folgen für alle Beteiligten, vor allem für das Sekretariat, auf das die Verantwortung in verantwortungsloser Weise abgewälzt wird.
Siehe #28. Wenn ich nix Gegenteiliges höre und mir auch keiner eine Frist in die Hand drückt, werden die Bänder in der hingelegten Reihenfolge abgearbeitet.
[i]Milchreis schmeckt ganz vorzüglich, wenn man ihn kurz vor dem Verzehr durch ein saftiges Steak ersetzt.[/i]
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mücki
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#32

03.06.2019, 09:34

Gott sei Dank wurde bei keinem meiner letzten Arbeitgeber noch diktiert ABER
auch ich hatte mal das Glück in einer Kanzlei zu arbeiten, wo es Diktate gab und leider keine Absprache, welche das "eiligste eilig" ist, hatte zur Folge, dass ich mich seinerzeit mit gleich zwei Anwälten in den Flicken hatte.

Hintergrund: Ich war seinerzeit "nur" Vertretung in dem Bereich, RAin A legte haufenweise Verfügungen und Bänder ins Eilt-Fach. RA B regte sich dann irgendwann auf, dass ich seine Verfügungen/Bänder nicht abarbeite, worauf ich ihm mitteilte, dass ich mich zunächst um die Eilt-Sachen zu kümmern hätte. Er teilte mir dann wiederum mit, dass es sich bei den "streitigen" Verfügungen/Bändern nicht um Eilt-Sachen handeln würde. Worauf ich ihn darauf hingewiesen habe, dass mir diese Entscheidung nicht zustünde und er dies bitte mit RAin A klären möge. Konsequenz des Ganzen: RA B legte sein Zeug auch einfach ins Eilt-Fach und nun standen beide bei mir und lappten mich voll. Dann gab es ein Gespräch zu viert mit dem Oberindianer aber das verlief auch nicht gerade zufriedenstellend.

Lange Rede kurzer Sinn: Wenn viel diktiert wird, ist klar, dass mglw. nicht alles an einem Tag zu schaffen ist. Daher sollte man im Sek. bestimmte organisatorische Maßnahmen ergreifen und diese entsprechend bekannt geben, sodass man sich von dieser Seite zumindest keine Vorwürfe machen muss.
Dumme Gedanken hat jeder, nur der Weise verschweigt sie. Wilhelm Busch
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Andy66
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#33

03.06.2019, 12:48

Ich hatte damals auch Probleme zu überwinden. Als ich zum ersten Mal gefragt habe, ob bei dem Band mit vielen Akten auch was Eiliges dabei ist, bekam ich zur Antwort, dass ich schließlich alle Diktate zu schreiben habe (und zwar offenbar sofort), da müsse man mich nicht auf besonders zu behandelde Vorgänge hinweisen. Offenbar herrschte die Meinung, das Sekretariat wolle sich vor der Arbeit drücken.

Ich kann an meiner Frage nichts Unvernünftiges finden. Es war wirklich große Überzeugungsarbeit notwendig zu erreichen, dass wenigstens die Fristen auf separate Bänder diktiert werden. Es drängt sich das Gefühl auf, dass das in mancher Hinsicht Eifersucht oder auch Dominanzgehabe dahinter sind. Mit sinnvollen Arbeitsabläufen hat das jedenfalls nichts zu tun, eher schon mit Kindergarten.
Was man auch Gutes über uns sagen mag: Man sagt uns damit nichts Neues
(de la Rochefoucauld)
Wolke187
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#34

06.06.2019, 16:55

Also bei uns ist es so, dass ich am liebsten den ganzen Tag nur Bänder schreiben soll. Wie kann ich dem Chef die Spracherkennung schmackhaft machen? Er diktiert so immens viel, dass ich wirklich NIE hinterherkomme. Wir haben zwar eine studentische Aushilfskraft, aber die kommt nur SEHR unregelmäßig, bringt mir also nichts. Ich habe ja nicht mal die Zeit, wirklich mal was Korrektur zu lesen oder mal etwas in Ruhe zu machen. Ist das bei euch denn auch so schlimm?
Coco Lores
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#35

07.06.2019, 08:41

Wolke187 hat geschrieben:
06.06.2019, 16:55
Also bei uns ist es so, dass ich am liebsten den ganzen Tag nur Bänder schreiben soll. Wie kann ich dem Chef die Spracherkennung schmackhaft machen? Er diktiert so immens viel, dass ich wirklich NIE hinterherkomme. Wir haben zwar eine studentische Aushilfskraft, aber die kommt nur SEHR unregelmäßig, bringt mir also nichts. Ich habe ja nicht mal die Zeit, wirklich mal was Korrektur zu lesen oder mal etwas in Ruhe zu machen. Ist das bei euch denn auch so schlimm?
Wenn ich das so lese, würde ich dir am liebsten sofort helfen kommen. Ich tippe eigentlich echt gerne und hier gibt es nicht so viele Diktate. Bei mir ist entweder so viel zu tun, dass ich gar nicht weiß wo mir der Kopf steht, oder ich schlafe fast ein, weil gar nichts geht...nicht mal das Telefon :roll: Ein dazwischen gibt es irgendwie nicht!!!
Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen!!!
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icerose
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#36

13.06.2019, 14:46

Wolke187 hat geschrieben:
06.06.2019, 16:55
Also bei uns ist es so, dass ich am liebsten den ganzen Tag nur Bänder schreiben soll. Wie kann ich dem Chef die Spracherkennung schmackhaft machen? Er diktiert so immens viel, dass ich wirklich NIE hinterherkomme. Wir haben zwar eine studentische Aushilfskraft, aber die kommt nur SEHR unregelmäßig, bringt mir also nichts. Ich habe ja nicht mal die Zeit, wirklich mal was Korrektur zu lesen oder mal etwas in Ruhe zu machen. Ist das bei euch denn auch so schlimm?
Das kommt mir sehr bekannt vor. Ist aber lange her. Ich habe meinem Chef klar gemacht, dass ich erstens für zwei Anwälte arbeite und zweitens auch sonst für alles (ausgenommen FiBu) zuständig bin und drittens eigene Akten (Zwangsvollstreckung) habe, die ich mit der selben Sorgfalt bearbeiten möchte (und vielleicht auch sollte), wie er seine. Diese Argumente haben gezogen. Da war es dann auch kein Problem, als die Schreibkraft nicht mehr wollte.

Zuvor hatte ich aber die Regel, dass man mir (oder der Schreibkraft) Akten, die (aus den verschiedensten Gründen) sofort bearbeitet werden sollen, direkt mit einem Satz dazu in die Hand gibt. Dann sind die Fächer unterteilt und beschriftet: Es gibt ein "EILT!", ein "Diktate", ein "Kurzschreiben", ein "KoRe", ein "ZwV" und ein "WV icerose". Danach konnte man gut sortieren, jeder wusste, dass man mit dem Abarbeiten unten anfängt (weil die RAe die AKten ja immer oben drauf gelegt haben) und das klappte gut.
Und jetzt, wo ich echt alles allein mache, gibt es ja keine Diktate mehr. Da weiß ich dann schon, wann was dran ist.

Aber am schlimmsten finde ich ja, mehrere Akten auf ein Band zu diktieren. Das ist ja der Tod jeder Organisiation. Wie kann jemand nur auf so eine Idee kommen? Es gibt Dinge, da ist Geiz nicht geil.
Mit mir kann man Pferde stehlen ... aber morgen bringen wir sie zurück :!:
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#37

13.06.2019, 17:47

icerose hat geschrieben:
13.06.2019, 14:46

Aber am schlimmsten finde ich ja, mehrere Akten auf ein Band zu diktieren. Das ist ja der Tod jeder Organisiation. Wie kann jemand nur auf so eine Idee kommen? Es gibt Dinge, da ist Geiz nicht geil.
Ich diktiere nur Eilsachen auf ein Extra-Band. Ansonsten diktiere ich immer mehrere Akten auf ein Band, wobei ich natürlich darauf achte, dass die Bänder nicht zu lang werden. ich fang doch nicht für jedes 2 Minuten-Diktat ein neues Band an. :roll:
Für die einen ist es die US-Wahl, für den Rest der Welt ist es 9/11
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sh161
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#38

14.06.2019, 08:25

mrsgoalkeeper hat geschrieben:
13.06.2019, 17:47
ich fang doch nicht für jedes 2 Minuten-Diktat ein neues Band an. :roll:
Das beste Band aller Zeiten, das ich je bekommen habe:
"Bitte das Schreiben vom xx.xx. aufrufen und mit neuem Datum erneut ausdrucken." - 9 Sekunden (!)

Da hat das Diktieren, Spulen, mir in die Hand drücken, Anhören, wieder Spulen/Löschen länger gedauert, als hätte er mir die Akte direkt mit Anweisung/Zettel gegeben. :patsch
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Coco Lores
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#39

17.06.2019, 09:42

sh161 hat geschrieben:
14.06.2019, 08:25
mrsgoalkeeper hat geschrieben:
13.06.2019, 17:47
ich fang doch nicht für jedes 2 Minuten-Diktat ein neues Band an. :roll:
Das beste Band aller Zeiten, das ich je bekommen habe:
"Bitte das Schreiben vom xx.xx. aufrufen und mit neuem Datum erneut ausdrucken." - 9 Sekunden (!)

Da hat das Diktieren, Spulen, mir in die Hand drücken, Anhören, wieder Spulen/Löschen länger gedauert, als hätte er mir die Akte direkt mit Anweisung/Zettel gegeben. :patsch
Nicht dein ernst oder? :schock :patsch :lolaway

Aber manche Anwälte sind dann so in ihrem Modus, dass selbst das diktiert wird.
Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen!!!
Wolke187
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#40

24.06.2019, 16:34

icerose hat geschrieben:
13.06.2019, 14:46
Aber am schlimmsten finde ich ja, mehrere Akten auf ein Band zu diktieren. Das ist ja der Tod jeder Organisiation. Wie kann jemand nur auf so eine Idee kommen? Es gibt Dinge, da ist Geiz nicht geil.
Das finde ich allerdings auch, wenn ein Diktat z. B. über 30 min. geht und zig Akten zu bearbeiten sind. Und dann hat der RA auch noch div. Verfügungen zwischen den Diktaten, wie z. B. Deckungsanfrage RS, Abschrift Mdt. usw. Da schreibe ich lieber 10 kleine Bänder.
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