Verkürzte Akteneinsicht nach Verkehrsunfall

In dieses Forum gehören alle Themen, die keinem anderem Forum zugeordnet werden können.
Antworten
suitan
Forenfachkraft
Beiträge: 145
Registriert: 06.10.2011, 10:26
Beruf: RA-Fachangestellte
Software: AnNoText
Wohnort: Mühldorf

#1

13.07.2018, 11:10

Hallo Zusammen,

ich bin gerade etwas ratlos, da ich heute zum ersten Mal von einer PI gehört habe, dass man eine "verkürzte Akteneinsicht" beantragen solle, um nach einem Verkehrsunfall an die Daten des Unallgegners zu kommen. Hat einer von euch das schon mal gehört und wie beantrage ich das? Die "normale" AE habe ich bereits beantragt und die Vertretung angezeigt sowie eine Vollmacht vorgelegt. Nehme ich jetzt Bezug auf die bereits beantragte AE und beantrage zusätzlich die verkürzte AE auf unsere Kanzlei. So in etwa:

.... nehmen wir Bezug auf das Ihnen bereits am 19.6.18 zugegangene Akteneinsichtsgesuch namens und im Auftrag unserer Mandantschaft und beantragen zunächst die verkürzte Akteneinsicht. Für eine zeitnahe Erledigung wären wir sehr verbunden und verbleiben ....

Kann ich das so schreiben? Lieben Dank für euere Hilfe

suitan
Benutzeravatar
Anahid
Hexe vom Dienst
...ist hier unabkömmlich !
Beiträge: 14362
Registriert: 22.02.2011, 10:41
Beruf: Rechtsfachwirtin
Software: RA-Micro

#2

13.07.2018, 11:17

Ja kannst Du so schreiben. Die verkürzte AE bedeutet nur, dass Dir lediglich die polizeiliche Unfallaufnahme bereits vorab zur Verfügung gestellt wird und die Akte halt später. Ist gerade dann, wenn man keine Ahnung hat, wer der Gegner ist und wenn die Akten (z.B. bei Personenschaden) nicht kurzfristig übersandt werden, sehr praktisch.
Jeder Tag ist ein Geschenk ... aber manche sind einfach grottenschlecht verpackt.
suitan
Forenfachkraft
Beiträge: 145
Registriert: 06.10.2011, 10:26
Beruf: RA-Fachangestellte
Software: AnNoText
Wohnort: Mühldorf

#3

13.07.2018, 11:20

reicht die verkürzte AE dann auch aus, um bei der gegnerischen HV bereits entstandene Kosten unserer Mandantschaft geltend zu machen? Ich darf denen ja keine Kopien zuschicken aus der Akte.
Sonnenkind
...ist hier unabkömmlich !
Beiträge: 5122
Registriert: 15.05.2009, 09:36
Beruf: Refa nunmehr: öffentl. Dienst
Wohnort: Bayern

#4

13.07.2018, 15:03

suitan hat geschrieben:reicht die verkürzte AE dann auch aus, um bei der gegnerischen HV bereits entstandene Kosten unserer Mandantschaft geltend zu machen? Ich darf denen ja keine Kopien zuschicken aus der Akte.
Vorteil ist auch, dass du für die verkürzte AE keine 12,00 Euro bezahlst. Ob der gegnerischen HV das dann ausreicht, kann ich nicht beurteilen. Die Haftpflicht-Versicherungen haben ja auch ihre Anwälte, die teilweise ja extra die Akteneinsicht anfordern. Da hat man dann teilweise in einer Unfallakte 4 Akteneinsichtsgesuche. :panik
Sofern euch dann allerdings die verkürzte AE ausreicht, dann gib bei der Polizei Bescheid, dass du die normale Akteneinsicht nicht mehr benötigst. Dir wird dann ansonsten nämlich noch die Akte übersandt mit 12,00 Euro Kostenrechnung.
Bild Liebe Grüße Sonnenkind Bild
Gestern: schon vorbei.
Morgen: kommt erst noch.
Heute: der einzige Tag,
den du in der Hand hast.
Heute musst du leben.
Heute sollst du glücklich sein.
(aus dem Buch meines Cousin K. Hartung)
Benutzeravatar
Anahid
Hexe vom Dienst
...ist hier unabkömmlich !
Beiträge: 14362
Registriert: 22.02.2011, 10:41
Beruf: Rechtsfachwirtin
Software: RA-Micro

#5

16.07.2018, 10:03

Um die Ansprüche geltend zu machen reicht die verkürzte AE aus. Ob die Versicherung daraufhin zahlt, liegt daran, was deren Versicherungsnehmer aussagt. Decken sich dessen Angaben nicht mit dem von Euch wiedergegebenen Unfallhergang, wird die Versicherung Akteneinsicht fordern, und zwar entweder über Euch oder über eigene Anwälte.
Jeder Tag ist ein Geschenk ... aber manche sind einfach grottenschlecht verpackt.
Schreibblitz
Absoluter Workaholic
Beiträge: 1579
Registriert: 22.07.2014, 10:02
Beruf: RA-Fachangestellte
Software: RA-Micro

#6

16.07.2018, 12:07

Wir schreiben in das Schreiben an die Haftpflichtversicherung, in dem wir anzeigen, dass ein Schaden entstanden ist noch immer mit rein, dass Akteneinsicht beantragt ist und wir gerne gegen Erstattung der Gebühren einen Auszug übersenden. Bislang gab es da auch nie Probleme, dass die für die vereinfachte Akteneinsicht die Pauschale von 25,00 € nicht bezahlt hätten. Die haben das immer anstandslos nach Übersendung der Rechnung bezahlt.
Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. (Reinhold Niebuhr)
Antworten