Ein schwieriges Thema - Gehaltserhöhung

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pitz
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#11

15.09.2015, 15:20

A13 hat geschrieben: Momentan ist es so, dass ich 8,65 € brutto/h für eine 40 Stunden-Woche verdiene. [...] Meine Kollegin und auch unsere studentische Aushilfe (kein Rechtsfachgebiet) verdienen brutto 10,00 €/h.
Das eine studentische Aushilfe mehr verdient als eine Fachkraft finde ich untragbar.
A13 hat geschrieben: Ich sehe das so, dass ich tatsächlich für meine Arbeitsleistung unterbezahlt bin. Ich muss aber selbst eingestehen, dass ich in der Vergangenheit, also das heißt im vorletzten Jahr ziemlich oft krank war (körperliche und familiäre Probleme setzten mir sehr zu u.a.).
Ich finde Krankheit ist kein Grund dafür, ein geringeres Gehalt zu zahlen - selbst wenn sie gehäuft auftritt. Es ist ja nicht so, dass man sich aussucht, krank zu sein.


Mangels Erfahrung mit Gehaltserhöhungsgesprächen kann ich dir leider keine hilfreichen Tipps für ein selbiges geben - abgesehen von Standard-Floskeln. Auch zur Höhe kann ich wenig sagen, aber ich denke, das Gehalt der Aushilfe sollte mindestens drin sein.

Viel Erfolg bei dem Gespräch! :wink1
Fräulein Fit

#12

15.09.2015, 16:10

@ A13:
Du bist 15 Cent über dem Mindestlohn?!?!?!?!
Okay, besser als gar nichts, aber nach 3 Jahren Berufserfahrung ist da mal aber wirklich was mehr drinnen!

Die Argumente für eine Lohnerhöhung hast du ja gerade selbst geschrieben.
Ich würde einfach zu meinem Chef gehen, ihn fragen ob er ein paar Minuten Zeit hat, die Tür schließen und ihm dann erklären um was es geht.
Und das Verhalten, nicht unterkriegen lassen, aber auch nicht frech werden ;)
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#13

15.09.2015, 16:21

Psychologisch kann es auch immer gut sein im Vorfeld zu so einem Gehaltsgespräch seinen Marktwert zu testen. Einfach mal eine Bewerbung steigen lassen und schauen, wie viel man rausholen könnte.

Das gibt einem selbst (bzw. es hat mir) immer irgendwo eine gewisse innere Ruhe und Sicherheit gegeben weil ich dann wusste, es ist nicht übertrieben, was ich fordere.
pitz
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#14

15.09.2015, 16:23

Gute Idee!
:zustimm
Kobudo
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#15

16.09.2015, 11:41

Bei der Frage nach der Gehaltserhöhung steht einem meist eher die eigene Courage im Weg.
Ich bin in diesen Sachen eher der offene Typ der auch mit offenen Karten spielt.

Deine Argumente waren stichhaltig. Die Krankheitsgeschichte würde ich weglassen. Und dann wäre vielleicht ganz gut, wenn du nicht nur mit deinen Aufgaben, sondern auch mit Referenzen ins Gespräch gehst. Bspw. ein erfolgreicher Abschluss einer oder mehrerer ZV-Sachen oder anderer Verfahren, das erfolgreiche Durchsetzen bei einer Streitigkeit mit der Geschäftsstelle o. ä. Sicher wird sich etwas finden lassen.

Im Gespräch selbst favorisiere ich die Sandwich-Taktik: Erst das Aufgabenfeld nochmal grob aufrollen (die Dauer der Berufserfahrung würde ich in der Hinterhand halten, die kennt ja dein Chef) und dann nach der Lohnerhöhung fragen. Danach nochmal mit den Referenzen "glänzen". Ich persönlich würde keinesfalls mit den Gehältern der anderen argumentieren. Einfach sachlich und personenbezogen bleiben.
Zur Höhe: Ich würde entweder ein Gesamtbrutto oder -netto nennen, also keinen Stundensatz. Das ist persönlicher.

Und dann als Verhandlungsbasis in die Vollen: Ich denke, eine ReFa die was auf sich hält kann mit gutem Gewissen mindestens 11 oder 12 €/h brutto verlangen. Als Verhandlungsbasis passt das auf jeden Fall. Immer ein wenig höher ansetzen als die eigentliche Zielstellung ist. Da kommts drauf an was du für dich selbst als angemessen erachtest. Bloß nicht vergleichend werden - jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.
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#17

17.09.2015, 16:51

Und wenn man sich unbedingt an anderen orientieren will, bitte nur nach oben orientieren!

Es wird immer welche geben, die (noch) weniger verdienen. Das sollte nur nie der Grund sein zu sagen: "Eigentlich geht es mir nicht so schlecht".
Jupp03/11

#18

17.09.2015, 19:35

Andere Stelle suchen. Mit einem Arbeitgeber, der nicht Ausgebildeten mehr bezahlt, wollte ich nicht zusammen arbeiten. Weil einer von beiden keinen Charakter hat. Wer? ...
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A13
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#19

27.10.2015, 11:43

Hallo zusammen,

vielen lieben Dank für die vielen Antworten. In der Tat habe ich mich getraut, das Gespräch anzufangen. Eine Gehaltserhöhung werde ich bekommen, wie hoch diese sein wird, stellt sich wohl erst im Dezember heraus. Mein Chef will bis dahin noch schauen, ob ich nochmal krank sein werde ...

Liebe Grüße
Alle Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben, ihnen zu folgen.“
pitz
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#20

27.10.2015, 11:59

Na dann schon jetzt einmal: Glückwunsch! :)
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