Arbeitsplatz Anmeldung

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schneeflocke
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#1

10.02.2007, 12:14

Hallo Ihr Lieben,

bei uns in der Kanzlei ist es üblich (Chefs wünschen das so), dass wir über jedes Telefongespräch sowie über jedes Gespräch, dass wir mit einem Mandanten führen, einen Vermerk schreiben müssen.

Datum, Uhrzeit, Name, Firma, Telefon-Nr. für Rückfragen, Inhalt des Gespräches, Verfügung.

Dieser Vermerk wird der Akte zugeordnet und mit Akte Chef vorgelegt.

Immer. Bei jedem Gespräch.

Letzte Woche klingelte pausenlos das Telefon. Dann hatten sich wohl alle Mandanten, die noch halbwegs gut zu Fuß unterwegs sind, auf die Socken gemacht, um die Kanzlei zu stürmen.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich habe nur Vermerke geschrieben, Akten mit Azubi beigesucht und vorgelegt. Meine Bänder blieben liegen. Dazwischen noch die Posteingänge kontrolliert, Fristen und Termine eingetragen und das wars. 5 Stunden Schicht rum ohne Band geschrieben zu haben.

Schon fing ich wieder die Grundsatzdiskussion mit meinem Chef an.
Die Anmeldung ist kein vollwertiger Arbeitsplatz zum Schreiben lautet meine These. Hier wird das Schreiben zu oft unterbrochen durch Telefon, Tür aufmachen, Kaffee servieren, Kinder aufpassen von Mandanten, die in Besprechung sind, e-mails und Faxe kontrollieren usw.

Es gibt ruhige Tage, an denen schaff ich meine Bänder und solche Tagen, wie oben beschrieben, da geht kein einziges Band von mir raus.

Chefs wollen aber eine volle Postmappe am Ende der Schicht präsentiert bekommen. Schon gibt es wieder Streß. Chefs messen unsere Arbeitsleistung gerne daran, wie voll die Postmappe ist.

Die Damen im Schreibsaal gehen nicht ans Telefon, sie gehen auch nicht an die Tür. Diese Damen schaffen ihre Postmappen=Bänder.

Und wir, die wir Anmeldung machen müssen, kriegen oftmals einen auf den Deckel, weil wir nicht so viel schreiben können.


Mach ich was falsch?

Schneeflocke
Nesrin22

#2

10.02.2007, 13:11

Wir hatten bis vor kurzem die gleiche diskussion mit den chefs.. der Postmappeninhalt ist so eine art index für die Leistung der Fachkraft..

Das ging uns allen gewaltig auf den keks.. da wie du bereits gesagt hast.. keiner von uns die an der anmeldung sitzen,,, so viel schreiben kann..

die chefs haben das problem gott sei dank gelöst.. wir haben keine anmeldung mehr.. die abteilungen wurden getrennt .. .jede sekretärin muss jetzt die mandantschaft ihres chefs selbst empfangen.. so ist der stress der anmeldung auf viele plätze verteilt.. und es herscht keine ungerechtigkeit mehr.. anfangs gabs startprobleme weil einige mandanten nicht genau wussten wo sie hin sollen aber wir haben sie ganz gut erzogen..

die telefonzentrale an sich haben wir auch nicht mehr.. die mandanten rufen alle gleich im fachbereich an in der die akte ist..

nur neue Mandantschaft die unsere nummer aus dem telefonbuch hat.. wählt direkt die zentrale .. und die teilen wir uns eben.. hihi

aber mach dir keinen stress.... !! viel glück..!!
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schneeflocke
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#3

10.02.2007, 13:31

@nesrin

gute Idee, so wird das Ganze entzerrt. Jedoch wollen meine Chefs eine zentrale Anlaufstelle für alle Anwälte. Von dort aus sollen dann die Fäden in die Abteilungen gesponnen werden.......

Volle Postmappe=braves Mädchen
leere Postmappe=böses Mädchen


So ist das nunmal.

Schneeflocke
Nesrin22

#4

10.02.2007, 13:40

zentrale anlaufstelle also... sag doch gleich sie sind zu faul um weit zu laufen.. :)

hoffe sie kommen doch noch zur einsicht.. und ihr habt nicht mehr so viel stress....... good luck
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Pepsi
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#5

10.02.2007, 14:11

meine Kollegin ausm Notariat hat fast immer ne volle Postmappe und ich eigentlich nur so 2-3 Schreiben, manchmal mehr.. da denk ich auch immer, was machst du eigentlich den ganzen Tag.. manchmal nervt mich das tierisch, weil ich der Dussel für alles bin: wo ist die und die Akte, manchmal muss ich erst über den Namen rätseln, weil er immer die Namen nicht weiß, ans Telefon gehen (wobei wenn meine Kollegin da ist, lass ich sie immer rangehen, sonst komm ich zu nichts), Mdt empfangen (wobei das nicht soviele sind und auch nicht lange dauert), Anrufe entgegen nehmen ("ich will das und das").. und schon kommt Chefe wieder mitm Band usw..

aber bei ner 2Mann Kanzlei gehts halt net anders und meine Kollegin arbeitet nut 15 Std..
Anton79
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#6

10.02.2007, 14:20

die chefs dürfen keines falls nur nach der fülle der mappe gehen! das weiß jeder von uns, dass es tausende dinge gibt, welche auch mit der täglichen Arbeit zu tun haben, die einen abhalten, Schreiben/Schriftsätze zu erstellen
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Pepsi
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#7

10.02.2007, 14:21

ja aber mach das mal meinem gewissen klar :oops:
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katuscha
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#8

10.02.2007, 14:42

Bei uns gehen an manchen Tagen nur ein paar Briefe raus. Zum Glück werden wir nicht nach der Masse der Briefe, die raus gehen, beurteilt. Wenn ich mir einige Beiträge in diesem Forum durchlese, habe ich mit meiner Kanzlei sowieso viel Glück gehabt.
Zum Beispiel macht die eine Anwältin von uns ihre Schriftsätze meistens selbst (schreiben, kopieren, beglaubigen, Postausgang).
Vielleicht solltest Du dem Anwalt mal statt der Postenmappe Deine Telefonvermerke hinlegen, dass müssten doch dann auch eine ganze Menge sein. :wink:
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schneeflocke
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#9

10.02.2007, 15:28

@katuscha,

jeder einzelne Anwalt bekommt von mir die Akten nebst Vermerke, die ich geschrieben habe sowie das, was ich darüber hinaus nach dem Anruf verfügt oder germacht habe.

Jeder einzelne Anwalt sieht dann nur "sein kleines Aktenhäufchen" von mir.

Wir haben aber 3 Anwälte + Vermerke für Kolleginnen, die abwesend sind. (wir arbeiten in 2 Schichten täglich).

Du siehst katuscha, das rettet mich auch nicht wirklich.
Aber der ewig fragende Blick meines Chefs nach der vollen Postmappe (zwei Mappen wären noch besser) enttäuscht mich immer wieder, weil ich das Gefühl habe, dass nicht gesehen wird, was ich wirklich mache.

Sitze ich ausnahmsweise mal im Schreibsaal (weil ich heiser bin, erkältet bin und daher nicht vorzeigbar für die Anmeldung erscheine), schreibe ich normal mein Pensum runter. Interessiert aber keinen, sobald ich wieder an meinen Arbeitsplatz zurückkehre in der Anmeldung.

Schneeflocke
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wifey
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#10

10.02.2007, 20:54

Tja, Schneeflocke, da wirst Du wohl leider mit leben müssen. Wahrscheinlich muss Ostern und Weihnachten noch jedes Jahr auf den 29.02. fallen, dass Anwälte merken, dass die Angestellten mehr zu tun haben als nur Bänder schreiben.

BTW: war damals bei mir in der Kanzlei auch so - bis sich irgendwann mal ein Mdt. beschwert hatte, dass man nicht sofort aufgeschaut hatte, als die Tür aufging bzw. auch Beschwerden kamen, dass man nach dem 1. Klingeln nicht am Telefon war.
Seitdem wurd am Empfang nur Kleinkram gemacht (auf gar keinen Fall Bänder) und täglich saß eine andere Kollegin da (weil natürlich keiner nur den Kleckerkram machen wollte).
Viele Grüße

ich
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