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Von ReFa zu ReFa

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Re: Von ReFa zu ReFa

Beitrag-Nr.#21  Beitragvon Sputnik85 » 18.10.2016, 14:37

Im Laufe der Jahre - und das ist mir genau in diesem Jahr mal aufgefallen - entwickelt man halt auch einen richtigen "Rechtssinn". Ich hab vor 10 Jahren (wo ist die Zeit denn Bitteschön hin??) ausgelernt und in meiner Ausbildungskanzlei nicht wirklich viel gelernt. Heute kann ich behaupten, dass ich einen guten Überblick über vieles habe. Man muss nicht mehr (zwingend) eine Akte vollständig lesen um den Inhalt zu wissen und zu verstehen, mir genügen mittlerweile Stichproben und ich weiß worum es geht. Aber das lernt man nur (oder eignet man es sich gar an?) durch jahrelange Arbeit und die Erfahrung eben. Natürlich steht man auch mal auf dem Schlauch und die einfachsten Sachen sind kurzzeitig mal verschwunden - aber genau dafür ist das Forum da. Schreibst deine Frage und bekommst prompt ne Antwort.
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Re: Von ReFa zu ReFa

Beitrag-Nr.#22  Beitragvon icerose » 18.10.2016, 14:48

Sputnik, ich muss dir zustimmen.
Sputnik85 hat geschrieben: Schreibst deine Frage und bekommst prompt ne Antwort.

allerdings nach vorheriger Nutzung der Suchfunktion ;)
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Re: Von ReFa zu ReFa

Beitrag-Nr.#23  Beitragvon sandrasahra » 19.10.2016, 08:04

scully hat geschrieben:Wiederum hasse ich es, in Frage gestellt zu werden, wenn ich mir 100%ig sicher bin, dass es stimmt (nur kann ich Fundstellen etc nicht wiederbeten wie manch andere). Man sollte sich net unterbuttern lassen und wenn man etwas nicht weiß oder nich sicher ist... was soll´s? Dafür gibts das WWW und dieses Forum ;)


Oh das hatte ich letzte Woche. Ich war mir so sicher, dass man nachdem das Überbrückungsgeld angespart wurde, pfänden kann. Teilte das auch so mit, jedoch hatte ich gerade die aktuelle BGH Entscheidung nicht im Kopf. Und schon saß ich auf der Anklagebank. :motz

Hat irgendeiner hier im Forum eigentlich immer gleich die richtigen § bzw. Entscheidungen parat?
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Re: Von ReFa zu ReFa

Beitrag-Nr.#24  Beitragvon icerose » 19.10.2016, 08:50

sandrasahra hat geschrieben:Hat irgendeiner hier im Forum eigentlich immer gleich die richtigen § bzw. Entscheidungen parat?

also ich nur vereinzelt - bei elementaren Dingen. Ansonsten nehm ich mir das Recht (und kriege auch die Zeit), das aus meiner Sammlung raussuchen zu dürfen. ;)
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Re: Von ReFa zu ReFa

Beitrag-Nr.#25  Beitragvon Sputnik85 » 19.10.2016, 08:57

sandrasahra hat geschrieben: Hat irgendeiner hier im Forum eigentlich immer gleich die richtigen § bzw. Entscheidungen parat?


Das haben doch nicht mal Anwälte "immer gleich", wieso sollten wir es dann? ;)
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Re: Von ReFa zu ReFa

Beitrag-Nr.#26  Beitragvon sandrasahra » 19.10.2016, 09:31

Du kennst meinen Chef nicht. :angst :sad:
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Re: Von ReFa zu ReFa

Beitrag-Nr.#27  Beitragvon Crydea » 19.10.2016, 17:07

Hallo,

ich bin jetzt knapp drei Jahren (erst) ausgelernt und (schon) in meiner vierten Kanzlei. Wir sind hier zu zweit mit vier Anwälten, jede von uns übernimmt zwei Stück, wenn eine im Urlaub ist dann halt alle :lol:
Im Prinzip sind wir ein eingespieltes Team und jeder muss alles (Diktate Schreiben, Fristen überwachen, telefonieren usw) machen, jedoch haben wir zwei Ausnahmen: meine Kollegin ist allein für Zahlungen/Überweisungen zuständig und ich betreibe alleine die Zwangsvollstreckung von allen vier Anwälten. Ansonsten fällt bei uns halt an, was der Sachbearbeiter verlangt. Ich muss recht oft Kostenfestsetzungsbeschlüsse prüfen und auch teilweise sehr komplizierte Kostenfestsetzungsanträge fertig machen, wohingegen die Anwälte meiner Kollegin dies sehr oft selbst übernehmen. Hierfür habe ich so gut wie nichts mit Beratungshilfe oder Prozesskostenhilfe am Hut, meine Kollegin aber schon, was aber auch an den Rechtsgebieten der zugewiesenen Anwälte liegt. Wenn ich hier mal was mit Beratungshilfe oder Prozesskostenhilfe zu tun habe muss ich auch oft meine Kollegin fragen, da ich sowas zum Beispiel seit meiner Ausbildungszeit nicht mehr abrechnen musste, sie hat umgekehrt dann oft Fragen wenn sie mal in den Vollstreckungssachen etwas machen soll. Was man täglich und oft macht hat man irgendwann gut abrufbar, was man selten macht halt nicht.

Da wir keinen Azubi oder Praktikanten haben machen wir die Post abwechselnd (Scannen, Stempeln, Fristen/Termine eintragen, Akten raussuchen und vorlegen, vom Gericht holen und wegbringen, Postausgang), jede von uns muss mal den Müll rausbringen, Kaffee und Tee kochen, Geschirr spülen, Pflanzen gießen. Da ich mich mit meiner Kollegin gut verstehe und wir uns absprechen haben wir da auch nie Probleme.

Ich haber aber auch das Glück in eine Kanzlei geraten zu sein, in welcher man jeden (auch die Anwälte) jederzeit fragen kann, wenn Probleme oder Fragen auftreten und mein Interesse an der Zwangsvollstreckung wird auch gefördert. Ich arbeite knapp 1 1/2 Jahre hier und wurde schon zu drei Seminaren geschickt.

LG
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Re: Von ReFa zu ReFa

Beitrag-Nr.#28  Beitragvon meJuly » 26.10.2016, 13:25

Ich bin seit 2010 ausgelernt und war bis 2014 in derselben Kanzlei tätig (15 Anwälte 4 ReFa). Da ich seinerzeit keinen Ausbilder hatte, habe ich mir sehr viel von ausgelernten Kollegen angeeignet. Das Forum hat mir auch gut weitergeholfen. Über die Zeit hatte ich einen dicken DINA4 Ordner angelegt. Ich durfte mich später auf die ZV konzentrieren und wurde mein persönliches Spezialgebiet.

Rechnungen nach Zeithonorar (selbständiges schätzen) als auch Zivilrecht habe ich sehr gerne gemacht. Wir hatten erst ab 2012 mit RA Micro gearbeitet. Das war dann eine wirkliche Erleichterung. Und auf einmal konnten "alle" Rechnungen Schreiben :lol:

Mein 2. Spezialgebiet waren Kostenfestsetzungsanträge und -beschlüsse. Ich habe es geliebt die Gegenpartei wegen anfallenden Reisekosten und Abwesenheitsgelder "platt zu machen". Und wenn es uns traf, war deren monieren größtenteils fruchtlos. Selbst wenn man Unrecht hat, muss man nur seine Meinung vertreten und überzeugen können. Das war herrlich :teufel

Da ich später auch für die Partner zugeteilt worden war, ist entsprechende Arbeit angefallen. Es war sehr abwechslungsreich, fordernd und besonders fördernd. Auf Grund dessen durfte ich mich auch zum Rechtsfachwirt fortbilden.

Auf jeden Fall bin ich seit 2014 nicht mehr in einer RA-Kanzlei tätig. Mich hat es in den öffentlichen Dienst verschlagen. Die Arbeit hat hier mit meiner Fortbildung zum Rechtsfachwirt gar nichts zu tun. Bis vor Kurzem. Dank meiner beruflichen Vergangenheit/Ausbildung darf ich hier nun auch die Zwangsvollstreckung übernehmen. Da ist mein Herz aufgegangen. Das schönste im öffentliche Dienst ist auch, dass man den/die Titel Klausel Zustellung selbst erstellen/erwirken lassen kann. Aber selbst wenn wir andere Kanzleien beauftragen und diese uns ihre Rechnungen zusenden, wird mein Fachwissen in Anspruch genommen.

Praxiserfahrung sammel ich keine mehr, jedoch Theorieerfahrung, da ich entsprechende Seminare besuchen darf - demnächst wieder "Rechtsfachwirt-Update".

LG

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Re: Von ReFa zu ReFa

Beitrag-Nr.#29  Beitragvon PaddiiO » 31.10.2016, 17:59

Hallo :wink1

Ich bin noch nicht so lange ausgelernt :pfeif

Meine "Lieblingstätigkeiten" früher waren die Zwangsvollstreckung und das RVG. Meine Ausbilderin hat mir immer gerne Akten zum Abrechnen gegeben und ich durfte ihr nachher erklären wieso und weshalb ich diese Gebühr und diesen Gegenstandswert genommen habe. Deswegen gehen mir in meiner neuen Kanzlei die Rechnungen flott von der Hand.

Bei der Zwangsvollstreckung habe ich in der neuen Kanzlei gemerkt, dass ich doch viel "Routine" in den Sachen hatte; ich habe mich wirklich durch das Internet (u. a. diesem Forum) gekämpft um so komplizierte Pfübs oder Anträge hinzukriegen :lol:

Wenn es etwas gab, habe ich entweder - wie geschrieben - das Forum benutzt und bei wirklich komplizierten Fällen frage ich auch mal meinen Chef.

Ich finde, es sollte nicht peinlich sein wenn man nicht alles weiß - auch wenn man es in der Ausbildung hatte. Diese "komplizierten und kniffligen" Sachen kommen erst Stück für Stück und wenn man bereit ist sich dieser Aufgabe zu stellen ist doch alles in Ordnung - finde ich :P
"Alles ist ein Rätsel und der Schlüssel zu diesem Rätsel ist ein weiteres Rätsel." :katze2
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Re: Von ReFa zu ReFa

Beitrag-Nr.#30  Beitragvon Pitt » 01.11.2016, 07:58

Ich habe in einer Feld-Wald- und Wiesenkanzlei gelernt. Wir hatten von der Ehescheidung über Forderungssachen, Verkehrsunfälle bis hin zum versuchten Totschlag alles parat. Es war eine alteingesessene Kanzlei mit 11 Mitarbeitern. Nach der Ausbildung und diversen Bewerbungsgesprächen kam dann das Kontrastprogramm. Als Einzelkämpferin bei einem RA, der sich einige Monate vorher selbstständig gemacht hatte, spezialisiert auf den Bereich Gesellschafts- und Steuerrecht. Die "Akten" waren Unterlagen in Klarsichthüllen unter seinem Schreibtisch und ich musste noch für die Bürogemeinschaft (Steuerbüro) die Telefonzentrale "nebenbei" machen. Ich bin am Anfang fast wahnsinnig geworden. Wenn ich Fragen hatte, konnte ich nur Chef fragen, somit flog direkt jede Wissenslücke auf. Ich habe mir dann einige gute Bücher zugelegt und dank Chef auch das Selbstbewusstsein entwickelt, einige Sachen einfach mal auszuprobieren, auch wenn man sich nicht 100% sicher ist, ob das so klappt. Man muss sich in manche Sachen einfach reinwurschteln. Was ich sagen will: Keine Ausbildung der Welt kann einen auf das Berufsleben so vorbereiten, dass man immer auf jede Frage schnell eine (richtige) Antwort parat hat. Das schafft nicht mal der Papst ;) .
Man sollte sich nie dafür schämen, etwas nicht zu wissen und deshalb nachzufragen. Im Gegenteil: Wenn ich etwas nicht weiß und das schulterzuckend hinnehme und darauf hoffe, mit dieser offenen Frage bis zum Lebensende nicht mehr konfrontiert zu werden, ist das viel schlimmer. Hatte in der Ausbildung eine Kollegin die Panikattacken bekam, wenn in ihrem Aufgabenstapel ein Kostenfestsetzungsauftrag auftauchte. Egal wie einfach oder schwer der war. Es reichte allein das Wort und sie bekam Stresspusteln am Hals. Werde nie vergessen, wie wir mal ausgeknobelt haben, wer welchen Aktenstapel übernehmen sollte und sie dann einen Kostenfestsetzungsantrag mit dabei hatte und hysterisch schrie, ich hätte das gewusst. Hatte ich nicht, da ich weder das Diktat kannte noch über einen Röntgenblick in die Akte verfügte. Also bitte nie, nie, nie falsche Scham an den Tag legen, weil man mal etwas nachfragen oder nachschlagen muss. Jeder Chef, der das nicht akzeptiert, hat selbst 'ne Wissenslücke.
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