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ungleiche Behandlung in der Kanzlei

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ungleiche Behandlung in der Kanzlei

Beitrag-Nr.#1  Beitragvon Mel Kunterbunt » 14.07.2017, 11:37

Soooo....
Ich arbeite jetzt seit 1,5 Jahren hier in der Kanzlei.. Soweit auch alles ok... Ich bin aber die einzige von 3 Refas die eine 40 h Stunden Woche hat. Als ich hier anfing, waren wir zu 4. Meine Kollegin und ich waren beide Vollzeitkräfte. Sie hat uns aber vor über einem Jahr verlassen, sodass ich nun noch alleine Schlussdienst schiebe.
Meine anderen beiden Kollegen gehen alle Punkt 14.30 Uhr bzw. 15.30 Uhr und ich bleibe dann immer auf den ganzen Fristen sitzen und kann zusehen, wie ich das alles alleine auf die Reihe bekomme. Meine Chefs sehen es aber auch nicht ein, die Fristen mal eher fertig zu machen. Und wenn mein einer Chef kurz vor Feierabend die Frist rausgibt, wo er nur was "kurzes" diktiert hat und es dann ein 15 Minuten Band ist, wo ich dann 20 Seiten schreiben kann, nervt mich das schon.
Meine Kolleginnen interessiert das natürlich gar nicht. Versteht sich auch von selbst, dass ich NIE pünktlich gehen kann. Ich habe auch noch den weitesten Arbeitsweg (1,5 h pro Strecke) von allen.

Da ich auch die Letzte bin, die geht, muss ich denen auch den Dreck noch hinterher räumen. Wir haben ein Tablett, wo jeder seine Teller und Tassen etc abstellt und ich muss das am Ende des Tages in den Geschirrspüler räumen. Als ob das nicht jeder selbst machen kann.... Zumal meine Kolleginnen pro Tag ca. 6-8 Tassen und gefühlte 20 Teller benötigen und ich mit einer Tasse und einem Glas auskomme....

Jetzt weiß ich nicht, ob ich dass alles zu überbewerte, aber ich bin echt mittlerweile auf 180...

Und das schöne ist, wir sind eine Bürogemeinschaft mit einem Steuerbüro. Da der Steuerberater jetzt in Rente geht, haben meine Chefs das Büro mit aufgekauft...
Die Mädels dürfen z. B. zum Geburtstag und jeden Freitag 12.00 Uhr gehen und bleiben auch zwischen Weihnachten und Neujahr komplett daheim.
Wir natürlich nicht (obwohl wir jetzt ja alle ein Team sind).

Weiß langsam echt nicht mehr was ich machen soll (außer mir was anderes suchen..)..

Aber ich würde gerne mal die Meinungen von anderen hören, ob das alles irgendwie "normal" ist und ich nur alles zu eng sehe oder ob hier wirklich was schief läuft...

Liebe Grüße :wink1
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Re: ungleiche Behandlung in der Kanzlei

Beitrag-Nr.#2  Beitragvon Lämmchen » 14.07.2017, 12:05

:wink1

Ich glaube, insgesamt sind das verschiedene Punkte, die ich getrennt voneinander sehe. Dass Deine Kolleginnen früher Feierabend haben, liegt schlicht darin begründet, dass sie halt keine Vollzeitstelle haben. Sie bekommen daher ja auch nur das Gehalt für weniger Stunden. Ich vermute jetzt einfach mal, dass sie Kinder von der Kita/Schule abholen etc. Das eigentliche Problem, dass Du dann länger machst, liegt ja nicht an den Kolleginnen, sondern an den Chefs. Diese sind hier die richtigen Ansprechpartner. Dass Du das Deinen Kolleginnen "vorhältst", kann ich sicherlich irgendwo verstehen, aber sie sind der falsche Ansprechpartner.

Das Argument, dass Du den längsten Fahrweg hast, zählt meiner Meinung nach überhaupt nicht. Das ist letztlich "Dein" Problem.

Mit den Kolleginnen würde ich absprechen, dass jeder sein Geschirr nach Benutzung in den Geschirrspüler stellt. Dann nimm halt das Tablett weg oder lass das Geschirr bei der Kollegin stehen.

Was die "neuen" Kolleginnen und ihre Geburtstagsregelungen etc. angeht, kannst Du das ansprechen. Aber ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass der Chef sie zu den "alten" Konditionen übernommen hat. Jetzt liegt es ja an Euch mit Euren Chefs nachzuverhandeln. Aber auch hier: Deinen Frust kann ich nachempfinden, richtige Ansprechpartner sind aber nicht die Kolleginnen, sondern die Chefs.

Klar ist insgesamt alles für Dich frustrierend. Aber Du kannst hier z. B. Teilzeit nicht mit Vollzeit gleichsetzen. Viele sehen übrigens auch hier in meinem Büro, dass einige immer pünktlich gehen. Ja, dafür verdienen sie aber auch weniger Geld und müssen so schon hetzen, um die Kinder abzuholen.
Liebe Grüße

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Re: ungleiche Behandlung in der Kanzlei

Beitrag-Nr.#3  Beitragvon Mel Kunterbunt » 14.07.2017, 12:13

Kinder müssen beide nicht abholen. Die eine Kollegin ist 50 und der Sohn der anderen Kollegin ist bereits 16...
Ich drehe mich aber hier irgendwie im Kreis... Bei meinen Chefs stoße ich auf taube Ohren. Bis auf eine Anwältin, die hinter mir steht und auch schon angebracht hat, dass die Kolleginnen sich wochenweise abwechseln können, dass sie eben nicht um acht Uhr sondern erst um 10 anfangen und dafür halt nach hinten länger dableiben... Wollen aber beide natürlich nicht... Was meinen Frust natürlich noch verstärkt...

Vielen Dank für dein Feedback :)
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Re: ungleiche Behandlung in der Kanzlei

Beitrag-Nr.#4  Beitragvon Ciara » 14.07.2017, 12:26

Bei den Arbeitszeiten müsste man natürlich schauen, was bei den Kolleginnen vertraglich geregelt ist. Ggf. könnten die Chefs ansonsten einfach entscheiden, dass man sich abwechselt, wenn nicht bereits vorher geregelt ist, dass sie nur vormittags arbeiten.
Wer Dag for Dag sin Arbeit deit und jümmers op sin Posten steiht, und deit dat got und deit dat gern, der darf sich ok mal amüseern
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Re: ungleiche Behandlung in der Kanzlei

Beitrag-Nr.#5  Beitragvon likema31 » 18.07.2017, 09:04

Der Grund, weshalb Deine Kolleginnen nur Teilzeit arbeiten, ist egal. Sie bekommen ja auch nur das Teilzeitgehalt.

Natürlich ist es unfair, wenn an Dir stets alle Fristen hängen bleiben, aber das musst Du mit den Chefs besprechen, wobei ich davon ausgehe, dass die sich nicht ändern werden.

Kaffeegeschirr sollte jeder selbst in die Spülmaschine bringen.
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Re: ungleiche Behandlung in der Kanzlei

Beitrag-Nr.#6  Beitragvon katinka0508 » 19.07.2017, 13:55

Hallo :)


Ich gehe mal davon aus, dass deine Arbeitszeit bis 17:00 Uhr ginge. Ich kann da die Kollegen schon verstehen, dass sie nicht von 14:30 Uhr bzw. 15:30 Uhr bis kurz vor 17:00 Uhr bleiben, um zu sehen, ob der Chef noch auf den letzten Drücker eine Frist raus gibt, die sie dann bis nach 17:00 Uhr noch bearbeiten.
Es wäre etwas anderes, wenn die Kollegen um 14:25 Uhr bzw. 15:25 Uhr noch Fristen bekämen und sie dann auf dich abdrücken. Aber so lese ich deinen Post nicht.

Ist es denn jeden Tag so, dass du länger bleiben musst wegen Fristen oder kommt das nur ab und zu vor?
Der richtige Ansprechpartner ist hier aber dein Chef.

Ich kann schon verstehen, dass es nicht schön ist zu sehen, dass die beiden Kollegen am frühen Nachmittag Feierabend machen und mehr Freizeit haben und man selbst erst um 18:30 Uhr oder noch später heim kommt. Aber dafür bekommst du das Gehalt einer Vollzeitkraft und sie eben nur einen Teil.

Das mit dem Geschirr würde ich auf alle Fälle mit deinen Kollegen ansprechen und darum bitten, dass jeder seine Sachen selbst in die Spülmaschine räumt. Dass der letzte die Maschine anmacht, ist bei uns auch so, aber ich mach das dann halt um fünf vor. Und wenn man nur das Tab und seine Sachen Reinräumen muss, dann geht das ja auch ratz fatz.
Wer räumt denn die Spülmaschine aus? Vllt. macht das ja auch ein Kollege und fühlt sich dadurch unfair behandelt?
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Re: ungleiche Behandlung in der Kanzlei

Beitrag-Nr.#7  Beitragvon Mel Kunterbunt » 19.07.2017, 14:29

Huhu :)

Erst einmal lieben Dank für das Feedback von euch allen...

Mir ist das schon klar, dass meine Kollegen nur Teilzeit arbeiten und daher auch weniger Gehalt bekommen. Dadurch das wir aber komplett unterbesetzt sind, würde ich es kollegialerweise schön finden, wenn die auch mal sagen würden "Hey passe auf, wir arbeiten nicht beide von 8:00 Uhr und gehen 14:30 Uhr / 15:30 Uhr sondern von 9:30 Uhr bis 17:00 Uhr". Oder so... Naja, ich kann da wahrscheinlich nicht von mir ausgehen, weil ich das eben machen würde.
Als eine von den beiden im Urlaub war, habe ich auch freiwillig eher angefangen, dass meine eine Kollegin früh eben nicht alleine ist.
Ich war auch schon bei meinen Chefs, dort stoße ich aber auch nur auf taube Ohren...

Und ja, es ist eigentlich JEDEN Tag so, dass ich länger bleiben muss... Die eine RAin die hier arbeitet, hat dies auch schon mehrfach gegenüber den Chefs angesprochen... Interessiert ja aber nicht...

Und Spülmaschine räumen die Mädels aus dem Steuerbüro aus...

Ich weiß, dass ist jetzt alles nicht suuuuuper dramatisch, ich bin halt nur einfach total gefrustet momentan... :(
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Re: ungleiche Behandlung in der Kanzlei

Beitrag-Nr.#8  Beitragvon Soenny » 19.07.2017, 14:37

Dann mußt du das ansprechen und tut sich nichts, mußt du dir was anderes suchen, denn ständiger Frust macht mürbe ;)
Es gibt so Leute, da denke ich mir im Gespräch plötzlich: "Ach guck mal, die Evolution macht auch mal ne Pause!" (Autor: unbekannt)

Bei manchen Menschen ist es interessant zu sehen, wie das Alter den Verstand überholt hat! (Autor: A.G.)


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Re: ungleiche Behandlung in der Kanzlei

Beitrag-Nr.#9  Beitragvon Mel Kunterbunt » 19.07.2017, 14:57

Soenny hat geschrieben:Dann mußt du das ansprechen und tut sich nichts, mußt du dir was anderes suchen, denn ständiger Frust macht mürbe ;)


Wird wohl auch so werden.. Bin seit einer Weile schon recht unmotiviert... :oops:
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Re: ungleiche Behandlung in der Kanzlei

Beitrag-Nr.#10  Beitragvon katinka0508 » 19.07.2017, 15:05

Ich verstehe deinen Frust und man kommt sich auch ein bisschen ver***t von den Kollegen vor, wenn man selbst nett ist und eher kommt um jemanden zu entlasten. Man erwartet dann das selbe, aber die meisten sehen das dann leider nicht.

Wenn du täglich länger bleiben musst, würde mir der Spaß auch schnell vergehen. Sind das dann wenigstens Überstunden, die du in Freizeit ausgleichen darfst?

Was ist eigentlich, wenn du Urlaub hast? Bleiben die Kollegen dann länger?


Ich kann dir nur raten, dich nochmal mit deinen Chefs zusammen zu setzen und dein Problem ansprechen. Ich würde aber nicht sagen, dass du das unfair findest, dass du die einzige bist, die länger bleiben muss, denn da kannst du schnell auf taube Ohren stoßen. Auch das Thema Spülmaschine würde ich nicht in dem Gespräch anbringen, sondern das wirklich mit den Kollegen klären.
Aber mach ihnen ruhig klar, dass du unzufrieden damit bist, dass du jeden Abend noch kurz vor knapp Fristen bekommst, was dazu führt, dass du länger bleiben musst. Und dass du dadurch ja auch deine Freizeit opferst und eigentlich unter der Woche nie etwas vornehmen kannst, weil du dich dann immer verspätest.

Warum wurde die andere Vollzeitkraft nicht ersetzt?
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