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Gesetzliche Pausenregelung bei Teilzeit-ReFa

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Gesetzliche Pausenregelung bei Teilzeit-ReFa

Beitrag-Nr.#1  Beitragvon Memnoch » 11.01.2018, 19:12

Eins vorweg: Wunsch nach Rechtsberatung ist hier nicht beabsichtigt, die gesetzlichen Bestimmungen sind bekannt (30 Minuten Pause nach 6 Std. Arbeit, ggf. Aufteilung auf 2 x 15).

Mich interessiert eher Eure Meinung, wie hirnrissig das sein kann, wenn in unserem Beruf jemand Teilzeit bzw. gem. Arbeitsvertrag max. sechs Stunden tgl. arbeitet.

Im Büro einer Berufskollegin (größerer Kasten mit Stempeluhr), die für fünf Stunden pro Tag angestellt ist, kommt es z. B. gelegentlich vor, dass sie aus wichtigen Gründen wie Fristsachen auch ´mal länger macht. Hat sie nach sechs Stunden noch nicht ausgestempelt, wird automatisch eine halbe Stunde abgezogen, obwohl sie fröhlich gerödelt hat. Zwar wird das bei Monierung vom Chef korrigiert. Aber unlogisch ist es m. E. schon: I. d. R. können wir ReFas doch nicht schon morgens ahnen, dass uns zum Feierabend hin Überstunden blühen. Und im voraus eine Pause einlegen für den Fall, dass man über sechs Stunden kommt, ist irgendwie auch widersinnig. Immerhin möchte man ja doch zur Uhrzeit X das Büro verlassen. Die Plörren nach exakt sechs Stunden hinzuwerfen mit Hinweis auf die gesetzliche Arbeitszeitenregelung, dürfte auch nicht gut ankommen. :angst

Wie seht Ihr das?

Denke noch mit Grauen an meinen ersten Job nach der Ausbildung: Trotz offiziellem Feierabend um 18.00 Uhr war ich mitunter sogar bis 20.00 Uhr da, weshalb ich schließlich jeden Tag die Mittagspause durchgemacht hatte, damit es nicht noch 21.00 Uhr wird....
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Beitrag-Nr.#2  Beitragvon Lämmchen » 11.01.2018, 20:58

Diese Regelung hat doch nichts speziell mit unserem Beruf zu tun. Es ist nunmal vorgeschrieben, dass man nach 6 Stunden eine Pause machen muss. Jede Stempeluhr ist so eingestellt- und muss das auch.
Liebe Grüße

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Re: Gesetzliche Pausenregelung bei Teilzeit-ReFa

Beitrag-Nr.#3  Beitragvon 148 » 11.01.2018, 22:11

Memnoch hat geschrieben:
Denke noch mit Grauen an meinen ersten Job nach der Ausbildung: Trotz offiziellem Feierabend um 18.00 Uhr war ich mitunter sogar bis 20.00 Uhr da, weshalb ich schließlich jeden Tag die Mittagspause durchgemacht hatte, damit es nicht noch 21.00 Uhr wird....



Was das ist ja der Oberhammer. Wie viele Stunden waren denn das am Tag?! Ich würde das nicht aushalten. Spätestens um 18 Uhr ist bei uns Schicht im Schacht. Auch die Chefs gehen nach Hause.


Nochmal zum Thema Pause. Solange es dann korrigiert wird, finde ich ist es in Ordnung. So wird halt das System eingestellt sein. Schlimmer wäre es, wenn die 30 Minuten abgezogen werden würden und sie quasi umsonst arbeitet. Ich glaube nicht, dass es immer so genau genommen wird mit den Arbeits- und Ruhezeiten, wie sonst kommt jemand auf 80 Überstunden.

Aber wie bereits geschrieben: Wenn es berechnet oder bezahlt wird, dann ist es in Ordnung. Ein no go sind unbezahlte Überstunden
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Re: Gesetzliche Pausenregelung bei Teilzeit-ReFa

Beitrag-Nr.#4  Beitragvon Riverside » 12.01.2018, 08:19

Lämmchen hat geschrieben:Diese Regelung hat doch nichts speziell mit unserem Beruf zu tun. Es ist nunmal vorgeschrieben, dass man nach 6 Stunden eine Pause machen muss. Jede Stempeluhr ist so eingestellt- und muss das auch.


So ist es. In unserer Firma haben wir auch Zeiterfassung (über PC), da wird nach 6 Stunden automatisch vom System die Pause reingehauen.
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Re: Gesetzliche Pausenregelung bei Teilzeit-ReFa

Beitrag-Nr.#5  Beitragvon AliceImWunderland » 12.01.2018, 08:30

Wir haben auch eine "Stempeluhr", aber diese kann individuell auf jeden Arbeitnehmer eingestellt werden. Ich bin auch nur 6 Stunden am Tag da und zwar jeden Tag von 7 - 13 Uhr. Ich habe von Anfang an darauf bestanden, dass ich entgegen der gesetzlichen Regelung keine Pause mache, sondern die 6 Stunden durcharbeite, da ich sonst nicht früh genug zu Hause bin, um die Kinder nach der Schule zu versorgen. Der Arbeitgeber hat sich das schriftlich von mir bestätigen lassen und die Stempeluhr ist so programmiert, dass ich keine Pause abgezogen bekomme, auch wenn ich länger als 6 Stunden arbeite.

Andererseits haben wir mehrere Kolleginnen, die zwar nur 4 und 5 Stunden am Tag arbeiten, sie jedoch gerne eine Pause machen möchten. Bei den ist die Stempeluhr so eingestellt, dass entsprechend eine Pause jeden Tag abgezogen wird.
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Re: Gesetzliche Pausenregelung bei Teilzeit-ReFa

Beitrag-Nr.#6  Beitragvon Memnoch » 12.01.2018, 18:48

148 hat geschrieben: Wie viele Stunden waren denn das am Tag?!


Habe um 9.00 Uhr angefangen. Manchmal auch früher, wenn ich für den Chef Durchlauftermine bei Gericht wahrnehmen oder die Terminsakte dort abwerfen musste.

Ausgehalten hatte ich das anderthalb Jahre lang. Vor´m Arbeitsgericht hatte er wegen der Mittagspausen argumentiert, die nicht abgezeichnet zu haben, beim Richter aber eine Schlappe erlitten. Ca. 50 Stck. musste er nachträglich abrechnen.


Bin mir nicht sicher, ob das gestern so ´rüberkam: Finde eine zwangsweise abgezogene Pause bei Teilzeitkräften deshalb daneben, weil man, wie wir alle wissen dürften, ganz leicht in die Situation kommt, länger bleiben zu müssen. Zumindest ich habe in meiner Laufbahn selten einen pünktlichen Feierabend erlebt und die Hoffnung darauf fast begraben. Überdies ist es aber auch nicht mein Stil, den Griffel sofort fallenzulassen bzw. fünfzehn Minuten vor Feierabend nichts neues mehr anzufangen oder gar mit Jacke vor der Tür zu stehen (alles schon gesehen!).
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Re: Gesetzliche Pausenregelung bei Teilzeit-ReFa

Beitrag-Nr.#7  Beitragvon Riverside » 15.01.2018, 08:59

Was gäbe es denn für Optionen? Die Pausen werden nur wie tatsächlich genommen aufgeschrieben und damit verstößt der Arbeitgeber dann gegen das ArbZG ... den Schuh wird sich kein Chef freiwillig anziehen.
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Re: Gesetzliche Pausenregelung bei Teilzeit-ReFa

Beitrag-Nr.#8  Beitragvon Andy66 » 15.01.2018, 09:53

Gemäß Gesetz ist eine Pause zu nehmen. Das dient dem Schutz des Arbeitnehmers.Ich frage mich, ob das hier allen klar ist und habe das Gefühl, dass einige Kolleginnen schon so tief im Hamsterrad stecken, dass sie gar nicht mehr sehen, dass sie sich schon selbst ausbeuten. Bitte, nehmt mir das jetzt nicht übel, aber ihr müsst auf euch und eure Gesundheit achten. Sowas macht man evtl. noch mit 20/25, aber wenn man mal 50 ist, dann führt das ganz schnell in den Burn Out. Und erwartet jetzt bloß nicht Dankbarkeit oder die Goldene Büroklammer am Bande mit Diamanten für eure Schufterei. Chefs, die ihre Mitarbeiter so verschleißen, sind nach meiner Erfahrung nicht dankbar, wenn man sich für sie totarbeitet, die holen sich einfach die Nächste und machen so weiter. Mal so als Denkanstoß: Ihr arbeitet einfach so mehr, als im Vertrag vereinbart ist. Zahlen eure Chefs auch mal einfach so mehr Gehalt als vereinbart ist? Nein? Ich habe 40h/Woche "verkauft" zum Preis X und arbeite nicht einfach so grundsätzlich freiwillig 50 bis 60h/Woche zum gleichen Preis.

Der Arbeitnehmer kann auch nicht einfach "freiwillig" auf seine Pause verzichten. Daher wird die "einfach" abgezogen, damit da gar nicht erst was einreißt.

Es kann immer mal vorkommen, dass man seine Pause verschiebt, weil man was fertigmachen muss. Aber wenn das dann durch ist, dann wird die Pause halt nachgeholt. Und wenn am Abend mal was fertig werden muss, dann ist das halt so. Aber das darf nicht die Regel sein, weil dann nämlich einfach schlicht zu wenig Mitarbeiter vorhanden sind (krankheits- und evtl. urlaubsbedingte Notzeiten ausdrücklich ausgenommmen). Und ich sehe keinen Grund, warum man nicht pünktlich heimgehen sollte. Man kommt ja auch pünktlich. Und ja, ich will mein Gehalt auch pünktlich.
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Re: Gesetzliche Pausenregelung bei Teilzeit-ReFa

Beitrag-Nr.#9  Beitragvon Riverside » 15.01.2018, 10:01

Andy66 hat geschrieben:Gemäß Gesetz ist eine Pause zu nehmen. Das dient dem Schutz des Arbeitnehmers.Ich frage mich, ob das hier allen klar ist und habe das Gefühl, dass einige Kolleginnen schon so tief im Hamsterrad stecken, dass sie gar nicht mehr sehen, dass sie sich schon selbst ausbeuten. Bitte, nehmt mir das jetzt nicht übel, aber ihr müsst auf euch und eure Gesundheit achten. Sowas macht man evtl. noch mit 20/25, aber wenn man mal 50 ist, dann führt das ganz schnell in den Burn Out. Und erwartet jetzt bloß nicht Dankbarkeit oder die Goldene Büroklammer am Bande mit Diamanten für eure Schufterei. Chefs, die ihre Mitarbeiter so verschleißen, sind nach meiner Erfahrung nicht dankbar, wenn man sich für sie totarbeitet, die holen sich einfach die Nächste und machen so weiter. Mal so als Denkanstoß: Ihr arbeitet einfach so mehr, als im Vertrag vereinbart ist. Zahlen eure Chefs auch mal einfach so mehr Gehalt als vereinbart ist? Nein? Ich habe 40h/Woche "verkauft" zum Preis X und arbeite nicht einfach so grundsätzlich freiwillig 50 bis 60h/Woche zum gleichen Preis.

Der Arbeitnehmer kann auch nicht einfach "freiwillig" auf seine Pause verzichten. Daher wird die "einfach" abgezogen, damit da gar nicht erst was einreißt.

Es kann immer mal vorkommen, dass man seine Pause verschiebt, weil man was fertigmachen muss. Aber wenn das dann durch ist, dann wird die Pause halt nachgeholt. Und wenn am Abend mal was fertig werden muss, dann ist das halt so. Aber das darf nicht die Regel sein, weil dann nämlich einfach schlicht zu wenig Mitarbeiter vorhanden sind (krankheits- und evtl. urlaubsbedingte Notzeiten ausdrücklich ausgenommmen). Und ich sehe keinen Grund, warum man nicht pünktlich heimgehen sollte. Man kommt ja auch pünktlich. Und ja, ich will mein Gehalt auch pünktlich.


Ganz genau so :)
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Re: Gesetzliche Pausenregelung bei Teilzeit-ReFa

Beitrag-Nr.#10  Beitragvon SiBa » 15.01.2018, 10:02

Andy66 hat geschrieben: Und erwartet jetzt bloß nicht Dankbarkeit oder die Goldene Büroklammer am Bande mit Diamanten für eure Schufterei. Chefs, die ihre Mitarbeiter so verschleißen, sind nach meiner Erfahrung nicht dankbar, wenn man sich für sie totarbeitet, die holen sich einfach die Nächste und machen so weiter.


Moin erstmal an alle :wink1

Recht hat se!
Ich sage nur: "Was ihr einmal macht, macht ihr immer!" wenn man sonst immer länger macht, keine Pause nimmt, keine Überstunden abbummelt usw. wird es als selbstverständlich angesehen. Nehmt ihr dann doch mal was euch zusteht, fällt es eher negativ auf.
Ist bissl wie in einer Beziehung ;) Da ist es auch der Tod, wenn einer anfängt, den anderen als selbstverständlich zu betrachten...
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Einen schönen Tag euch allen... :wink1
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